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Peking (AFP) - Das verheerende Erdbeben im Südwesten Chinas Mitte Mai war nach Angaben von US-Geologen ein außergewöhnliches Ereignis: So ein Beben komme nur alle 2000 bis 10.000 Jahre vor, erklärten Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT). Sie untersuchten die Region rund um das Epizentrum in der Provinz Sichuan und fanden keinen Hinweis, der im Vorfeld auf ein derart starkes Beben hingedeutet hätte. Bei dem Erdbeben der Stärke 7,9 waren 88.000 Menschen ums Leben gekommen oder werden vermisst. Weitere zwei Millionen verloren ihre Lebensgrundlage.
Im Rahmen von Langzeituntersuchungen werteten die Wissenschaftler bis zu ein Jahr alte Daten von 25 Messstationen im Westen Sichuans aus. "Niemand hat erwartet, dass es ein schweres seismologisches Ereignis geben würde", sagte die Geologieprofessorin Leigh Royden vom MIT. "Das Erdbeben war völlig ungewöhnlich." Gleichzeitig warnten die Wissenschaftler vor weiteren starken Beben in der Region. Erschütterungen träten zumeist gehäuft auf.
Die Geologen machten in ihrer Studie Gesteinsrisse in der Erdkruste mit nur geringer seismologischer Aktivität für das Beben verantwortlich. Laut Royden ging es von mindestens zwei benachbarten Spalten in der Erdkruste aus. Zudem hätten die wegen der großen Höhenunterschiede in der Region vorherrschenden Spannungen in der Erdkruste verstärkend gewirkt.
Bei dem Erdbeben am 12. Mai verloren rund zwei Millionen Menschen ihre Lebensgrundlage. 700.000 Chinesen in der betroffenen Region seien seitdem arbeitslos, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf die Provinzregierung. Zudem hätten 1,15 Millionen Bauern ihre Existenzgrundlage verloren.
Etwa fünf Millionen Menschen wurden obdachlos. Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) bezifferte den Schaden für die Landwirtschaft in der Erdbebenregion am Montag auf sechs Milliarden Dollar (rund 3,8 Milliarden Euro). Insgesamt hätten über 30 Millionen Menschen in ländlichen Gemeinden ihr Land, ihre Tiere, Häuser oder Getreidelager verloren. Die FAO schätzt, dass der Wiederaufbau der Landwirtschaft in Sichuan drei bis fünf Jahre dauern wird.

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