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Belgrad (AFP) - Bei der Parlamentswahl in Serbien haben die Wähler über den künftigen Kurs ihres Landes gegenüber Europa abgestimmt. "Ich bin absolut sicher, dass die serbische Bevölkerung für ihre Zukunft in Europa stimmen wird", sagte Präsident Boris Tadic von der Demokratischen Partei (DS) in der Hauptstadt Belgrad. Die prowestlichen Kräften um Tadic und die ultranationalistische Serbische Radikale Partei (SRS) von Tomislav Nikolic lieferten sich in den Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nikolic lehnt eine Annäherung an die EU ab.
Die Beteiligung an der vorgezogenen Parlamentswahl in den ersten Stunden nach Öffnung der Wahllokale sei "hoch wie nie", teilte die Wahlforschungsgruppe CESID mit. Demnach stimmten in den ersten drei Stunden rund zehn Prozent der Wahlberechtigten ab. Beobachter sprachen von der wichtigsten Wahl in dem Balkanstaat seit dem Sturz von Präsident Slobodan Milosevic vor acht Jahren. Mehr als 6,7 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen.
Sowohl die Demokraten als auch die Ultranationalisten durften Umfragen zufolge mit je einem Drittel der Stimmen rechnen. Da keine der Parteien mit eine absoluten Mehrheit rechnen konnte, wurde nach der Wahl mit langwierigen Koalitionsverhandlungen gerechnet. Auch Präsident Tadic lehnt die am 17. Februar erklärte Unabhängigkeit des Kosovo ab, zugleich will er dafür aber nicht die Annäherung Serbiens an die EU aufs Spiel setzen. Etwa 40 Staaten, darunter die USA und die meisten europäischen Staaten, haben die Unabhängigkeit des Kosovo inzwischen anerkannt.
Die vorgezogenen Parlamentswahlen waren notwendig geworden, nachdem die Regierung von Ministerpräsident Vojislav Kostunica am Streit über die Europa-Frage im März auseinandergebrochen war. Es wurde spekuliert, dass Kostunicas Demokratische Partei Serbiens (DSS) mit den Ultranationalisten koalieren könnte. Kostunica hat mit einer Annullierung des Stabilisierungs- und Assoziationsabkommens (SAA) seines Landes mit der EU gedroht, das Ende April von Tadic unterzeichnet worden war. Nach der Wahl werde das Abkommen durch die neue Regierung und das neue Parlament annulliert werden, sagte Kostunica.

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