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Menschen in Birma bitten um Wasser und Lebensmittel

AFP - Sonntag, 11. Mai, 14:36 Uhr

Rangun (AFP) - Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Wirbelsturm "Nargis" warten in Birma noch immer zahllose verzweifelte Opfer der Katastrophe auf Hilfe. Tausende Menschen harrten an den Straßen zwischen der Großstadt Rangun und dem am schwersten betroffenen Irawadi-Delta aus und baten um Trinkwasser und Lebensmittel, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Bundesregierung kündigte an, Hilfe auch gegen den Willen der birmanischen Militärjunta auf den Weg bringen zu wollen. Die birmanische Staatszeitung feierte das trotz der Katastrophe abgehaltene Verfassungsreferendum als Erfolg.

Mindestens zehntausend Menschen warteten an den Rändern der Straßen zwischen Rangun und dem Irawadi-Delta im Süden des Landes auf Hilfe, wie ein AFP-Reporter berichtete. Die Militärjunta steht international massiv in der Kritik, da sie die Einreise von ausländischen Helfern blockiert und die Verteilung der Hilfsgüter nicht aus der Hand geben will.

Ein Transportflugzeug mit 35 Tonnen Hilfsgütern des Roten Kreuzes landete am Sonntag in Rangun. An Bord seien Medikamente, eine Anlage zur Aufbereitung von Trinkwasser für 10.000 Menschen, Sanitäreinrichtungen sowie Materialien zur sicheren Lagerung von Leichen, teilte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf mit.

Von den 1,5 Millionen bis zwei Millionen notleidenden Menschen in Birma haben nach Angaben der UNO bisher erst rund eine halbe Million Hilfslieferungen erhalten. Der Wirbelsturm "Nargis" hatte Birma vor einer Woche heimgesucht und eine der weltweit schlimmsten Naturkatastrophen der vergangenen Jahrzehnte ausgelöst.

Das Hauptproblem sei die mangelnde Versorgung mit Trinkwasser, erklärte Peter Rottach, Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe, der sich seit Freitag in Birma aufhält. "Schlechtes Wasser führt zu Magen-Darm-Erkrankungen, an denen vor allem Kleinkinder rasch sterben."

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sagte, sie unterstütze die Initiative des französischen Außenministers Bernard Kouchner, durch Einschaltung des UN-Sicherheitsrats "Druck auf die Regierung in Myanmar auszuüben".

Einen Tag nach dem umstrittenen Verfassungsreferendum in Birma berichtete die Staatszeitung "New Light of Myanmar" von einer "massiven Wahlbeteiligung". Die Öffnungszeiten der Wahllokale seien an einigen Orten sogar verlängert worden, damit alle Bürger ihre Stimme abgegeben konnten. "Das Referendum war von Erfolg gekrönt", hieß es weiter.

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