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EU fordert Ende der Gewalt im Libanon

AFP - Freitag, 9. Mai, 11:09 Uhr

Brüssel (AFP) - In der libanesischen Hauptstadt Beirut haben Anhänger der schiitischen Hisbollah-Miliz nach Augenzeugenberichten die Kontrolle über mehrere Stadtteile übernommen. Die betroffenen Viertel waren nach Angaben der Zeugen Hochburgen der anti-syrischen Mehrheit im libanesischen Parlament um den Politiker Saad Hariri. Nach Angaben eines Fotografen der Nachrichtenagentur AFP und der Augenzeugen bezogen Hisbollah-Mitglieder Stellung in den westlichen Stadtteilen Sarif, Malla, Sokak el Blat, Chandak el Ghamik und Aischa Bakkar. Unterdessen forderte die Europäische Union ein Ende der Gewalt im Libanon.

Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft rief alle Beteiligten auf, die Auseinandersetzungen "sofort zu beenden", die Straßenblockaden aufzuheben, den Flughafen zu öffnen und künftig jede weitere Gewalt zu vermeiden. Die Ratspräsidentschaft forderte die Hisbollah zu einer "konstruktiven Rolle" im Libanon auf. Die politische Krise im Libanon könne nur auf friedliche Weise beendet werden.

An der Beiruter Residenz von Hariri schlug am Morgen eine Rakete ein. Das Geschoss habe die Mauer um das Gebäude im Westen der Stadt getroffen, hieß es aus dem Umfeld des Politikers. Es habe keine Opfer gegeben. Angesichts der andauernden Kämpfe wurde am Freitag auch der Hafen von Beirut geschlossen. Die Gewerkschaften hätten beschlossen, wegen der gefährlichen Lage die Tätigkeit im Hafen ruhen zu lassen, sagte ein Vertreter der Hafenbehörde.

Die Kämpfe zwischen Anhängern der pro-westlichen Regierung und Anhängern der von Syrien unterstützten Hisbollah dauerten am Freitag den dritten Tag in Folge an. Bei den Kämpfen waren am Donnerstag mindestens sieben Menschen getötet und mehr als dreißig weitere verletzt worden. Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah hatte der Regierung vorgeworfen, sie habe der Hisbollah den Krieg erklärt

Auslöser der neuen Gefechte war eine Rede von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah. Er hatte der anti-syrischen Regierung am Donnerstag vorgeworfen, sie habe der Hisbollah den Krieg erklärt. Im Libanon besteht seit dem Ende der Amtszeit von Präsident Emile Lahoud am 23. November ein Machtvakuum. Die Wahl eines neuen Staatschefs musste wegen Uneinigkeit der Parteien immer wieder verschoben werden.

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