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UNO setzt Hilfsflüge für Birma aus

AFP - Freitag, 9. Mai, 15:03 Uhr

Rangun (AFP) - Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat seine Hilfsflüge für die Opfer der Wirbelsturmkatastrophe in Birma ausgesetzt. Es begründete die Entscheidung mit den "inakzeptablen" Beschränkungen der Militärjunta für die Hilfslieferungen. Trotz der verheerenden Folgen des Wirbelsturms will die Militärjunta das für Samstag vorgesehene Referendum wie geplant abhalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte an den UN-Sicherheitsrat, sich mit der Lage in dem südostasiatischen Land zu befassen.

Das abgeschottete, von Militärs regierte Land sperrt sich seit Tagen, ausländische Hilfe für die Opfer der Sturmkatastrophe anzunehmen. Birma sei nicht bereit, Erkundungsteams, Hilfskräfte und Journalisten aus dem Ausland zu empfangen, sagte Außenminister Nyan Win. Eine Maschine des Roten Kreuzes mit Gütern zum Bau von Notunterkünften landete nach Angaben der Hilfsorganisation in der Nacht in Rangun. Demokratische Aktivisten, buddhistische Mönche und Exil-Birmaner riefen die Weltgemeinschaft unterdessen dazu auf, auch ohne Zustimmung der Militärregierung Hilfe zu leisten.

Die offizielle Zeitung "New Light of Myanmar" rief alle Wähler auf, sich an der Abstimmung am Samstag zu beteiligen und mit "Ja" zu stimmen. Die regierenden Militärs wollen das Referendum in den meisten Landesteilen abhalten; ausgenommen sollen 47 der am stärksten von dem Zyklon getroffenen Gemeinden sein, darunter die größte Stadt Rangun. Dort soll dann am 24. Mai gewählt werden. Dagegen forderte die Partei der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi eine Verschiebung der Abstimmung.

Laut der Militärjunta soll die Annahme einer neuen Verfassung den Weg für "Mehrparteien-Wahlen" im Jahr 2010 freimachen. Die Opposition kritisiert jedoch, der Text solle die Macht der Armee noch stärken, die das Land seit 1962 mit eiserner Faust regiert.

Merkel kündigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP an, die Wirbelsturm-Katastrophe telefonisch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zu erörtern. Sie unterstütze "ausdrücklich die französische Initiative, den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Krise zu befassen".

Durch den Zyklon "Nargis" kamen nach Angaben der Militärjunta mehr als 22.000 Menschen ums Leben. Ausländische Beobachter befürchten bis zu 100.000 Tote.

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