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UNO und Birmas Junta streiten über Hilfe für Sturmopfer

AFP - Freitag, 9. Mai, 20:06 Uhr

Rangun (AFP) - Birmas Militärjunta und das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen haben sich ein zermürbendes Hin und Her über Hilfslieferungen für mehr als eine Million Wirbelsturmopfer geliefert. Wegen "nicht hinnehmbarer Beschränkungen" verkündete das WFP zunächst die Aussetzung seiner Hilfsflüge, nahm diese Entscheidung aber wenige Stunden später wieder zurück. Die Vereinten Nationen riefen die Geberländer auf, binnen sechs Monaten insgesamt 187 Millionen Dollar (etwa 120 Millionen Euro) Soforthilfe für die Opfer des Zyklons bereitzustellen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte an den UN-Sicherheitsrat, sich einzuschalten.

Das WFP habe entschieden, am Samstag zwei Flüge wie geplant nach Birma zu schicken, erklärte WFP-Sprecherin Nancy Roman in Genf. Währenddessen werde weiter mit der birmanischen Regierung über die Verteilung der Nahrungsmittel verhandelt, die am Freitag in Birma eingetroffen, aber nicht dem WFP ausgehändigt worden seien. Eine am Donnerstag eingetroffene Lieferung sei zum Großteil in den am stärksten betroffenen Gebieten verteilt worden. Zuvor hatte der Birma-Direktor des WFP, Chris Kaye, erklärt: "Die Beschränkungen, die uns auferlegt werden, sind nicht hinnehmbar."

Das staatliche birmanische Fernsehen meldete, die Regierung werde auch Hilfe aus den USA annehmen. Wie diese geliefert und verteilt werden sollte, blieb erneut unklar. Zuvor hatte das Außenministerium in Rangun erklärt, es werde zwar Hilfsgüter annehmen, aber keine ausländischen Helfer oder Journalisten ins Land lassen. Die UNO warnte davor, dass sich die Zahl der Opfer dramatisch erhöhen werde, wenn die Junta sich weiter weigere, Helfer einreisen zu lassen.

"Ich unterstütze ausdrücklich die französische Initiative, den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen mit der Krise zu befassen", sagte Merkel in Berlin. Sie kündigte an, sie werde die Frage einer Birma-Debatte telefonisch mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erörtern. Merkel und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) appellierten an Birmas Regierung, die internationale Hilfe schnell in das Katastrophengebiet zu lassen. "Im Augenblick zählt jede Stunde", erklärte Steinmeier.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sprachen von einem hohen Risiko der betroffenen Kinder, an Cholera, Malaria und Durchfall zu erkranken. Ein UNICEF-Vertreter warnte vor Versorgungsengpässen mit Medikamenten und Wassertabletten.

UN-Angaben zufolge mobiliserte die internationale Gemeinschaft bislang insgesamt 67 Millionen Dollar (rund 43 Millionen Euro). Deutschland verdoppelte seine Hilfen auf zwei Millionen Euro.

Nach offiziellen birmanischen Angaben kamen durch den Wirbelsturm "Nargis" am vergangenen Freitag knapp 22.000 Menschen ums Leben. Ausländische Beobachter fürchten aber bis zu 100.000 Tote. Ungeachtet der katastrophalen Lage will die Militärjunta ein für Samstag geplantes Verfassungsreferendum abhalten.

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