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Nobelpreisträger zur Hausen übt scharfe Kritik an Seehofer

AFP - Samstag, 11. Oktober, 18:13 Uhr

Hamburg (AFP) - Der vergangene Woche mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnete Virologe Harald zur Hausen hat den künftigen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) wegen dessen Plänen zur Lockerung des Rauchverbots scharf kritisiert. Dieses Vorgehen sei "katastrophal", sagte der Mediziner dem "Spiegel". Knapp ein Viertel der starken Raucher werde allein am Lungenkrebs sterben.

Seehofer will für Räume, in denen sich Menschen freiwillig aufhalten - wie Gaststätten und Bierzelten -, die Regelungen ändern. In allen öffentlichen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Kindergärten oder Behörden soll das Rauchverbot demnach unangetastet bleiben. Experten fürchten durch die Lockerung des Verbots in Bayern bundesweite Auswirkungen.

Zur Hausen warnte im "Spiegel" auch vor zu kurz gebratenem Rindfleisch, weil dies ein Risikofaktor für Darmkrebs sei. Möglicherweise seien bislang unbekannte Viren aus dem ungenügend erhitzten Rindfleisch an der Entstehung von Tumoren des Dickdarms beteiligt, erklärte zur Hausen. Der Wissenschaftler empfiehlt daher, Rindfleisch vor dem Verzehr ganz durchzubraten. Zur Hausen hatte den Nobelpreis für seine Leistungen in der Krebsforschung erhalten. Er wies nach, dass das Humane Papilloma-Virus (HPV) Gebärmutterhalskrebs auslöst. Zur Hausen war von 1983 bis 2003 Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg.

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