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Tibeterin trägt Olympische Flamme auf den Mount Everest

AFP - Donnerstag, 8. Mai, 12:45 Uhr

Peking/Dharamsala (AFP) - Drei Monate vor Beginn der Sommerspiele in Peking hat eine Tibeterin die Olympische Flamme auf den Gipfel des Mount Everest getragen. Das chinesische Staatsfernsehen zeigte Bilder von einer Gruppe chinesischer Bergsteiger, die die in Nebel gehüllte Spitze des höchsten Berges der Welt erreichten. Letzte Fackelträgerin war die 22-jährige Tibeterin Cering Wangmo. Nach Angaben der tibetischen Exilregierung erklärte sich Peking zur Fortsetzung der Gespräche mit Vertretern des Dalai Lama bereit.

Rund 40 Meter vor dem 8848 Meter hohen Gipfel wurde die Fackel an einer Flamme entzündet, die einer der Bergsteiger in einer Laterne den Berg hinaufgetragen hatte. Das Staffelteam, in Anzüge mit dem Logo "Peking 2008" gekleidet, feierte vor den TV-Kameras jubelnd die Ankunft am Gipfel. "Wir sind auf dem Dach der Welt" und "Peking erwartet euch", rief die Gruppe. Der Gipfelaufstieg hatte gegen 21.00 Uhr MESZ begonnen, die Ankunft erfolgte rund sechs Stunden später. Die Veranstalter hatten den Fackellauf zum höchsten Gipfel der Welt um fast zwei Wochen herausgezögert, um akzeptable Wetterbedingungen abzuwarten.

Der Fackellauf, der am 24. März mit dem Anzünden der Flamme im historischen Olympia in Griechenland begann, wurde vor allem im westlichen Ausland von teilweise heftigen Protesten gegen die Tibet-Politik Pekings begleitet. In Paris musste der Lauf sogar abgebrochen und die Flamme in einem Bus zu ihrem Ziel eskortiert werden. Die Olympischen Sommerspiele werden am 8. August in Peking eröffnet.

Seit im März Unruhen niedergeschlagen wurden, sieht sich die chinesische Regierung verstärkt mit Kritik an ihrer Tibet-Politik konfrontiert. Das Datum für die siebte Gesprächsrunde zwischen den Exil-Tibetern und der Regierung in Peking werde demnächst festgelegt, teilte ein Vertreter des geistlichen Oberhaupts der Tibeter in Dharamsala mit. Zugleich sprach er von "erheblichen Meinungsverschiedenheiten", die fortbestünden. Beide Seiten hätten indes "konkrete Vorschläge" für die künftigen Gespräche vorgelegt, das Datum dafür solle bis zum Wochenende feststehen.

Zwischen 2002 und 2007 hatte es bereits derartige Gespräche gegeben, die dann jedoch abgebrochen wurden. Peking wirft dem Dalai Lama immer wieder vor, die Unabhängigkeit Tibets von China anzustreben.

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