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UN-Umweltchef: Deutschland muss mehr für den Naturschutz tun

AFP - Freitag, 16. Mai, 13:46 Uhr

Berlin (AFP) - Deutschland muss nach Ansicht des führenden Umweltbeamten der Vereinten Nationen mehr für den Naturschutz tun. Die Bundesrepublik tue "zu wenig zwar nicht, aber noch nicht genug", sagte der Leiter des UN-Umweltprogrammes (UNEP), Achim Steiner, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Als Beispiel nannte er die deutsche Haltung zu den EU-Fischereiquoten. Sie lasse "einen Widerspruch erkennen, der nicht mit dem Anspruch einer Führungsrolle zusammenpasst", sagte Steiner wenige Tage vor Beginn der UN-Artenschutzkonferenz in Bonn.

Der UNEP-Chef kritisierte die Diskussion in der Europäischen Union zu den Fischbeständen. "Aus mangelnder Handlungsbereitschaft werden in der EU Fischereiquoten verabschiedet, die zu einer Überfischung führen und damit die Artenvielfalt bedrohen", sagte er. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy will das System der jährlich neu verabschiedeten EU-Fischquoten unter seinem Ratsvorsitz ab dem 1. Juli lockern. Umweltschützer werfen der EU bereits jetzt vor, die Fischbestände zu plündern.

Bei der UN-Artenschutzkonferenz geht es ab Montag um die Umsetzung der 1994 in Kraft getretenen Konvention über die biologische Vielfalt (CBD). Deren Ziel ist es, das weltweite Artensterben zu stoppen oder zumindest zu bremsen. Den Vorsitz übernimmt Deutschland zu Beginn des Treffens von Brasilien. Am 28. Mai wird auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Bonn erwartet.

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