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SPD versucht nach Wirbel um Beck-Äußerung Wogen zu glätten

AFP - Mittwoch, 25. Juni, 13:39 Uhr

Berlin (AFP) - Nach dem Wirbel um eine angebliche Rücktrittsdrohung von SPD-Chef Kurt Beck haben führende Sozialdemokraten versucht, die Wogen zu glätten. Es seien Wortfetzen "aus dem Gesamtzusammenhang herausgerissen" worden, kritisierte Fraktionsvize Elke Ferner im Saarländischen Rundfunk. "Der Versuch, Kurt Beck wegzumobben, ist gescheitert", sagte der stellvertretende Fraktionschef Joachim Poß dem Sender Phoenix. Zuvor hatte auch Beck selbst Interpretationen zurückgewiesen, er habe in der Fraktionssitzung am Dienstag mit seinem Rücktritt gedroht. "In dem Fall bin ich einfach nicht richtig wiedergegeben worden", sagte er am Dienstagabend.

Für Irritationen hatte besonders gesorgt, dass Beck nach Teilnehmerangaben in seiner Rede vor der Fraktion gesagt haben soll: "Wenn ich Teil des Problems sein sollte, klebe ich nicht an meinem Stuhl." Mehrere Abgeordnete sagten dazu allerdings laut ZDF, Beck habe mit diesen Worten nicht seinen Rücktritt in Aussicht gestellt, sondern den Druck auf seine Kritiker erhöhen wollen. So kämpferisch habe ich ihn noch nie erlebt", zitierte der Sender einen Parlamentarier.

Poß sagte, es sei nicht zu leugnen, dass Beck in den vergangenen Monaten teilweise gravierende Fehler gemacht habe. Allerdings sei die Kritik an ihm überzogen gewesen. Daher habe es innerparteilich nun eine Umkehr gegeben. "Das haben wir gestern und heute erlebt, weil die Leute gesagt haben: Bis hierhin und nicht weiter, wir lassen uns nicht vorschreiben, auch nicht von einzelnen Medien, wer denn unser Vorsitzender ist."

"Kein Abgeordneter hat etwas in der Rede von Beck missverstanden", sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Der Parteichef habe seine Position inhaltlich verteidigt und nehme seine Aufgaben als Vorsitzender wahr. Beck habe für seine Rede vor der Fraktion viel Beifall bekommen "und zwar keinen Pflichtbeifall, sondern aus Überzeugung".

Auch Fraktionschef Peter Struck hatte noch am Dienstagabend darauf hingewiesen, Beck habe von den Abgeordneten nach einer kämpferischen Rede demonstrative Rückendeckung erhalten. "Die Fraktion steht hundertprozentig hinter ihm", sagte Struck. Das Gerede von einer Rücktrittsdrohung sei "Schwachsinn". Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse wertete den Vorfall als "die übliche Gehässigkeit mancher Journalisten".

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