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9-Tage Regel ist nicht normal

Ärzte im Netz - Montag, 12. Mai, 12:30 Uhr

Das von Willebrand-Syndrom (vWS) ist die häufigste Gerinnungsstörung in Deutschland, schätzungsweise leiden etwa 800.000 Menschen daran, Männer wie Frauen. Die Dunkelziffer bei dieser relativ unbekannten Erkrankung ist hoch. Das neu gegründete Netzwerk vWS hat es sich zur Aufgabe gemacht, umfassend aufzuklären und die Früherkennung dieser unter Umständen lebensbedrohlichen Krankheit zu stärken. Unterstützung findet das Netzwerk unter anderem beim Berufsverband der Frauenärzte (BVF) e.V., der sich hier als Hausarzt der Frau" besonders in der Verantwortung sieht. Ein typisches Symptom des vWS ist eine lang anhaltende und übermäßig starke Regelblutung. Auch starke Nachblutungen nach Geburten sind ein deutliches Signal für eine Blutgerinnungsstörung, möglicherweise ein vWS. Dr. Christian Albring, niedergelassener Frauenarzt in Hannover und Präsident des BVF erklärt: Eine der wichtigsten Fragen stellen wir ganz zu Beginn jeder neuen Patientin: Wie ist die Regelblutung? Wenn hier Auffälligkeiten in Bezug auf Dauer und Menge erkennbar sind, dann sind wir entsprechend sensibilisiert, auch an ein bestehendes von-Willebrand-Syndrom zu denken." Der nächste Schritt ist die Überweisung an ein spezialisiertes Zentrum, das die genaue Diagnostik und die Einstellung der betroffenen Frauen mit entsprechenden Medikamenten übernimmt.

Es blutet und blutet und blutet

Das von-Willebrand-Syndrom wird vererbt, deswegen wissen betroffene Frauen häufig überhaupt nicht, dass ihre Periode anders verläuft als bei anderen. Sollten sie die Menge und Dauer im Familienkreis ansprechen, dann werden sie wohl ein wissendes Nicken geerntet haben: Ja, Kind, so ist das bei mir auch und Omi geht es auch nicht besser - das liegt bei uns in der Familie! Deswegen ist es auch oft nicht die Patientin, die ihren Gynäkologen auf ihre besondere Menstruation aufmerksam macht, sondern nur durch gezielte Nachfragen des Facharztes kommt dieses Symptom ans Licht. Lang andauernde und heftige Menstruationen sind nicht nur unangenehm, wegen des regelmäßigen hohen Blutverlustes sind die Patientinnen häufig abgeschlagen, vermindert leistungsfähig und neigen zu Infekten. Wir möchten durch unsere Aktivitäten im Netzwerk vWS mit dabei helfen, mögliche Betroffene auf ihre Erkrankung hinzuweisen, ihre Lebensqualität zu verbessern und sie vor gefährlichen Folgen bei Unwissenheit schützen" begründet Dr. Albring das Engagement des BVF.

Unerkannt und hoch gefährlich

Beim von-Willebrand-Syndrom unterscheidet man drei unterschiedliche Schweregrade der Erkrankung, in allen dreien ist die Blutgerinnung gestört. Die genaue Diagnose wird in einem spezialisierten Zentrum gestellt, hier erfolgt auch die Einstellung auf geeignete Medikamente. Patienten erhalten dann einen Notfallausweis, der im Fall der Fälle Sanitätern und Medizinern sofort Auskunft über die Krankheit gibt. Inzwischen ist bei leichteren Formen der Erkrankung eine einfache Eigenbehandlung mit einem Nasenspray möglich. Vor größeren operativen Eingriffen ist dann allerdings wieder eine Vorbehandlung durch spezialisierte Mediziner gefragt.

Die Partner des Netzwerk vWS"

Partner der Initiative sind die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH), der Bundesverband der implantologisch tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ / EDI), der Berufsverband der Frauenärzte (BVF), Deutsche Hämophiliegesellschaft (DHG), die Interessengemeinschaft Hämophiler (IGH) und das Unternehmen CSL Behring.

www.frauenaerzte-im-netz.de

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