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Risikofaktoren für Demenz sind geschlechtsspezifisch

Ärzte im Netz - Donnerstag, 8. Mai, 11:00 Uhr

Faktoren, die eine spätere Alzheimer-Erkrankung begünstigen, sind bei Männern und Frauen offenbar unterschiedlich. Während bei Männern ein Schlaganfall die Gefahr stark erhöht, die Alzheimer-Krankheit zu entwickeln, stellen bei Frauen Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags und Depressionen einen deutlichen Risikofaktor dar. Wissenschaftler um Karen Ritchie von der Universität Montpellier führten dazu eine Studie mit beinahe 7000 Teilnehmern über 65 Jahren in 3 französischen Städten durch.

Die Forscher überprüften den Gesundheitszustand der Studienteilnehmer zu Beginn der Studie sowie nach 2 und nach 4 Jahren. Anfangs hatten 42% der Studienteilnehmer eine leichte kognitive Beeinträchtigung. Im Laufe von 4 Jahren erkrankten knapp 7% dieser Patienten an Demenz, vor allem an der Alzheimerschen Krankheit. Bei 37% der Betroffenen die kognitive Leistung wieder auf ein normales Niveau zurück.

Teilnehmer beider Geschlechter mit depressiven Symptomen zeigten gehäuft eine leichte kognitive Beeinträchtigung. Männer mit leichter kognitiver Beeinträchtigung waren oft älter, hatten einen erhöhten Body-Mass-Index (BMI), waren an Diabetes erkrankt oder hatten bereits einen Schlaganfall erlitten. Bei Frauen standen vor allem soziale Isolation, Schlafstörungen und eine negative Einschätzung der eigenen Gesundheit mit einer leichten kognitiven Beeinträchtigung in Zusammenhang.

Auch bei den Risikofaktoren für das Fortschreiten der kognitiven Beeinträchtigung und die Entwicklung einer Demenz unterschieden sich Männer und Frauen. Bei Männern stellte eine genetische Veranlagung den größten Risikofaktor für eine Erkrankung an Demenz dar. Bei Vorliegen des so genannten Genotyps ApoE4 erhöhte sich das Demenzrisiko bei ihnen um das 3,5-fache, bei Frauen um das 2,3-fache. Männer, die einen Schlaganfall erlitten hatten, zeigen ein dreifaches Risiko, an Demenz zu erkranken. Bei Frauen führte ein vorausgegangener Schlaganfall zu keinem erhöhten Demenzrisiko. Am häufigsten gingen bei Frauen Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags einer Demenz voraus. Depressive Symptome verdoppelten die Wahrscheinlichkeit einer Demenz. Bei beiden Geschlechtern begünstigen geringeres Bildungsniveau und höheres Alter ein Fortschreiten der kognitiven Beeinträchtigung.

Die Wissenschaftler vermuten, dass eine leichte kognitive Beeinträchtigung eine gemeinsame Phase bei sehr unterschiedlichen Wegen der Krankheitsentwicklung darstellt, die zudem bei Männern und Frauen sehr verschieden sein können.

www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de

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