Ältere Mitarbeiter in Betrieben sind oftmals weniger gestresst als jüngere Mitarbeiter. Dies liegt jedoch nicht daran, dass ältere Menschen weniger unter Stress leiden als Jüngere, sondern ist dadurch zu erklären, dass diejenigen Menschen, die in höherem Alter noch am Arbeitsleben teilnehmen, besonders belastbar sind. Menschen, denen der Arbeitsstress stärker zugesetzt hat, scheiden oft krankheitsbedingt 10 bis 15 Jahre vor dem Erreichen des Rentenalters aus dem Arbeitsleben aus. Daher ist insbesondere der Schutz von Arbeitnehmern in diesem kritischen Alter vor zu hohen Stressbelastungen wichtig, damit sie länger am Arbeitsleben teilhaben können, erklärt Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP). Sie bezieht sich dabei auf eine Studie von Forschern um Amanda Griffiths von der Universität Nottingham in Großbritannien. Die Arbeit wurde auf einer Fachtagung in London vorgestellt.Die Wissenschaftler werteten mehrere 100 Studien und Bücher aus, die in den letzten 20 Jahren zum Thema Stress am Arbeitsplatz veröffentlicht wurden. Dabei stellten sie fest, dass der Stress durch Arbeit im Alter zwischen 50 und 55 sein Maximum erreicht. Bei noch älteren Arbeitnehmern sinken die durch Befragungen ermittelten Stresslevel, berichtet Dr. Roth-Sackenheim. Teilweise suchen sich Arbeitnehmer, wenn sie älter werden, weniger stressige Aufgaben, oder sie bekommen aufgrund ihrer Erfahrung mehr Kontrolle über ihren Arbeitsbereich und reduzieren dadurch den Stress. Viele ältere Arbeitnehmer verlassen jedoch ihren Arbeitsplatz freiwillig oder tun dies aufgrund von Erkrankungen. Dadurch verbleiben die gesunden Überlebenden am Arbeitsplatz, wie die Forscher sie nennen. Diesen Artikel weiter lesen
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Man geht davon aus, dass Stress am Arbeitsplatz für mehr Krankheitstage verantwortlich ist, als jede andere Ursache. Es wird zunehmend klarer, dass Arbeitsstress einer der wichtigsten Faktoren ist, die beeinflussen, ob ältere Arbeitnehmer weiterhin arbeiten wollen und können. Angesichts der demographischen Entwicklung und der Verlängerung der Lebensarbeitszeit ist es von großer Bedeutung, wie man Stress am Arbeitsplatz und die damit verbundene wachsende Zahl psychischer Erkrankungen verringern kann, betont die BVDP-Expertin. So ist es wichtig, dass Menschen Kontrolle über ihre Arbeit erhalten, um einem Übermaß an Stress vorzubeugen. Flexiblere Arbeitszeiten und individuellere Regelungen der Wochenarbeitszeit würden ebenfalls dazu beitragen, das Stressniveau des Einzelnen zu senken.




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