Für ihre Untersuchungen zur Häufigkeit von Frauenarztbesuchen in ländlichen Regionen hat eine Forschergruppe der Universität Greifswald einen Preis der co:bios-Stiftung erhalten. Mit der Untersuchung wollen die Forscher eine Datenbasis für die Planung der medizinischen Versorgung in ländlichen Regionen liefern. Diesen Artikel weiter lesen
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In einem ersten Ergebnis ist ermittelt worden, dass die Anzahl der Frauenarztbesuche bei älteren Frauen in Vorpommern deutlich abnimmt, teilte der Leiter des Instituts für Community Medicine, Wolfgang Hoffmann, mit. Während noch rund 70 Prozent der 55- bis 59-jährigen Frauen den Gynäkologen einmal im Jahr aufsuchen, sind es bei den 80-Jährigen nur noch 20 Prozent.
Die wenigsten Frauen verfügten in diesem Alter über ein Auto und sind im Wesentlichen auf den öffentlichen Personennahverkehr angewiesen, erklärt Hoffmann. Es ist zu vermuten, dass die Erreichbarkeit und die Fahrdauer zu einem Facharzt entscheidend für die Inanspruchnahme der Ärzte ist.
Derzeit befindet sich die Gynäkologenpraxis für die meisten Frauen in Mecklenburg-Vorpommern quasi noch um die Ecke": Rund 67 Prozent der Frauen über 65 Jahren erreichen mit Auto oder Bus innerhalb von fünf Minuten einen Gynäkologen. Bisher sind lediglich 0,7 Prozent dieser Gruppe länger als 20 Minuten zum Frauenarzt unterwegs. Die Forscher sehen jedoch ein zunehmendes Problem: Bis 2020 gehen von den
188 niedergelassenen Gynäkologen (Stand 2006) 57 in den Ruhestand (minus 30 Prozent). Zugleich wird mit dem demografischen Wandel der Anteil von älteren, weniger mobilen Frauen steigen.
Die Forscher wollen auch untersuchen, inwieweit die Erkrankungsraten mit zunehmender Entfernung zum Gynäkologen steigen. Vor dem Hintergrund der Krebsvorsorge und -früherkennung ist es besonders für ältere Frauen wichtig, regelmäßig einen Frauenarzt aufzusuchen, betont Hoffmann. Studien belegten, dass gerade ältere Frauen gefährdet sind, an Krebs zu erkranken. Das Preisgeld in Höhe von 8000 Euro von der co:bios-Stiftung soll für die weiteren Forschungen verwendet werden. Die im Jahr 2000 gegründete Stiftung fördert die Forschung auf dem Gebiet der Biowissenschaften.




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