Suche

Fehlstart für Friesinger-Postma - Wolf Zweite

Berlin (dpa) - Anni Friesinger-Postma schüttelte nur ungläubig den Kopf, auch Jenny Wolf konnte nicht lächeln: Für die deutschen Sprintstars verlief der Einstieg in die internationale Eisschnelllauf-Saison alles andere als optimal. Diesen Artikel weiter lesen

Die 16-malige Weltmeisterin aus Inzell musste ihren Verletzungsproblemen Tribut zollen und kam über 1000 Meter nur auf den deprimierenden 15. Platz. Weltmeisterin Jenny Wolf, die bislang 40 Weltcupsiege sammelte, musste über die halbe Distanz in 38,04 Sekunden als Zweite der Erzrivalin Wang Beixing die Top-Position überlassen. In 37,85 verpasste die Weltmeisterin im Sprint-Mehrkampf Wolfs Bahnrekord nur um 1/10 Sekunde.

«Ich bin einfach nicht topfit», meinte Anni Friesinger, die in der Vorwoche die nationalen Titelkämpfe noch wegen eines geschwollenen Knies abgesagt hatte. «Ich habe in Knie und Knöchel gleich zwei Bremsen: Das Knie tut nicht weh, aber ich kann den Druck nicht aufs Eis bringen», fügte sie hinzu und räumte nach dem schlechtesten Saisonstart ihrer Karriere zugleich ein: «Dass es so schlecht wird, hätte ich nicht gedacht.» Beim Sieg von Weltmeisterin Christine Nesbitt (1:15,41) war die Inzellerin über zwei Sekunden langsamer als die Kanadierin und verpasste sogar die direkte Olympia-Qualifikation. «Die Leiter nach Vancouver ist noch sehr lang, die Stufen sind sehr weit auseinander», resümierte sie unzufrieden. «Wir hatten gewusst, dass es nicht optimal wird, aber wir hatten gehofft. Wenn ich ihren Lauf sehe, wundert mich die Zeit nicht mehr», meinte ihr Trainer Gianni Romme.

Jenny Wolf erreichte exakt die Zeit wie in der Vorwoche bei den deutschen Meisterschaften, war aber auch nicht zufrieden. «Am Material lag es nicht, vielleicht ein bisschen am Druck. Wenn überall Riesenbilder von Dir rumhängen, ist das schon nicht ganz einfach. Und wenn dann die körperliche Frische nicht da und nur eine normale Leistung kommt, reicht es gegen Wang eben nicht», sagte die Hauptstädterin. «Ich hoffe, dass ich am Sonntag den Spieß umdrehen kann, wenn ich die Schlusskurve über die Außenbahn laufen kann», fügte sie hinzu.

«Ich fürchte, es wird wieder die gesamte Saison ein Duell mit Wang geben. Das nervt natürlich und da gibt es so manche kleine Kriegsspiele am Rande», verriet die Weltrekordlerin, die in den zurückliegenden vier Jahren immer den mit 14 000 Dollar dotierten Gesamt-Weltcup über 500 Meter gewonnen hatte. So war ihr Wang im Training stets ausgewichen, um sich ihrer Beobachtung zu entziehen.

Jubeln konnte die Berlinerin Monique Angermüller. Sie lief über 1000 Meter als Siebte in 1:16,84 zum Olympia-Ticket und unterbot über 500 Meter als Zwölfte in 38,58 Sekunden ihre persönliche Bestzeit, die sie im Februar auf der Hochlandbahn von Salt Lake City aufgestellt hatte. Damit erfüllte sie auch auf dieser Distanz die «halbe» Olympia-Norm, für die einmal Platz acht oder zweimal Platz 16 nötig ist. «Das ist für mich heute so wie ein Sieg. Ich habe mein erstes Ziel erreicht, die ersten Freudentränen habe ich verdrückt», meinte die 25-Jährige.

Rekord-Weltmeister Sven Kramer dominierte die 5000 Meter. In 6:14,69 Minuten kam der 23 Jahre alte Niederländer bei seinem insgesamt 24. Weltcupsieg bis auf fünf Sekunden an seinen drei Jahre alten Bahnrekord heran. Als bester Deutscher belegte Marco Weber (München) in 6:31,77 den 13. Platz. Für eine Überraschung sorgte der 19-jährige Patrick Beckert, der in 6:32,50 seine Bestzeit um mehr als fünf Sekunden drückte und damit wie Weber die «halbe» Olympia-Norm schaffte. Für die Nominierung ist einmal Platz acht oder zweimal Rang 16 nötig.

Copyright ©2009 Yahoo!, Alle Rechte vorbehalten.

Hinweis: Auf dieser Seite sammeln wir persönliche Informationen. Für weitere Details lesen Sie bitte unsere Hinweise zum Datenschutz: Datenschutzrichtlinien