Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich zwanzig Jahre nach dem Mauerfall mit Nachdruck gegen einen Schlussstrich unter die DDR-Geschichte ausgesprochen. «Einen Schlussstrich ziehen zu wollen heißt, etwas verdrängen zu wollen», sagte Merkel der «Leipziger Volkszeitung». Diesen Artikel weiter lesen
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«Erstens funktioniert das nie, und zweitens bin ich der Überzeugung, dass wir die Erinnerung an das Geschehene wach halten müssen, um die Zukunft zu gestalten», sagte Merkel. «Das sind wir außerdem den vielen Opfern des SED-Regimes und auch kommenden Generationen schuldig», betonte die Kanzlerin. «Denn wie wollen wir ihnen erklären, wie kostbar die Freiheit ist, wenn wir Erfahrungen mit der Unfreiheit verschweigen.»
Zuvor hatte der mit den Stimmen von SPD und Linkspartei am Freitag wiedergewählte Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck (SPD), zur Versöhnung aufgerufen. Er regte an, in die Zukunft zu schauen. Im Verhältnis zur Linkspartei als Nachfolgeorganisation der SED gehe es «immer auch um die Last der Geschichte», schrieb er im «Spiegel». «Diese Macht der Vergangenheit ist gut erklärlich, aber sie tut Ostdeutschland nicht gut, und sie tut der politischen Kultur in unserer seit 1990 vereinigten Republik nicht gut.»
Den Tag des Mauerfalls würdigte Merkel als glücklichsten Tag der jüngeren deutschen Geschichte. Zugleich erinnerte sie an die Rolle der DDR-Bürgerrechtler und der Kirchen beim Fall der Mauer am 9. November 1989. Die Bürgerrechtler hätten «durch ihr mutiges Eintreten für Freiheit und Demokratie ganz wesentlich dazu beigetragen..., dass die Maueröffnung möglich wurde», sagte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft im Internet. Die CDU-Vorsitzende hob auch die Rolle der Kirchen hervor. «Die Kirchen haben einen Schutz gegeben in der ehemaligen DDR, um Meinungsfreiheit leben zu können, und sie waren mutige Begleiter in der Phase der Montagsdemonstrationen und Friedensgebete.»




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