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GM-Betriebsrat warnt vor "Blutbad"

Köln/Antwerpen (dpa) - Der Vizevorsitzende des Betriebsrats von GM Europe, Rudi Kennis, hat vom Mutterkonzern in Detroit mehr Freiheiten für die deutsche Tochter Opel gefordert. Diesen Artikel weiter lesen

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Gleichzeitig appellierte er im «Deutschlandfunk» an die europäischen Regierungen, beim Kampf um den Erhalt von Opel-Arbeitsplätzen miteinander zu kooperieren.

General Motors müsse eine neue Unternehmenskultur und mehr Freiheit für Opel zulassen. «Das muss es geben, sonst kommen wir in einen Krieg, wo keiner Gewinner ist», sagte Kennis dem Sender. Keiner habe Interesse an einer Insolvenz.

Der Betriebsrat warnte die Länder mit Opel-Standorten eindringlich davor, sich von GM gegeneinander ausspielen zu lassen. Dabei werde keinen Gewinner geben, denn GM wolle «jetzt ganz tief schneiden, ein europäisches Blutbad organisieren mit Steuergeldern von den Menschen in Europa». Es müsse eine Kooperation zwischen den europäischen Regierungen geben, «sonst wird man gegeneinander ausgespielt».

Derweil sucht GM nach dem Rückzug ihres Europa-Chefs Carl-Peter Forster laut «Wall Street Journal» bevorzugt einen deutschen Manager als Nachfolger. Der als Opel-Aufsichtsratschef vorgesehene GM-Veteran Bob Lutz solle sich wieder zurückziehen, sobald ein neuer Spitzenmanager für die Europatochter gefunden worden sei, berichtete die Zeitung am Samstag weiter unter Berufung auf informierte Personen. Forster war auch Opel-Aufsichtsratschef, weswegen jetzt der 77-jährige Lutz zunächst in dieser Position einspringen soll.

Der Einsatz eines deutschen Europachefs solle die Spannungen mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat nach der Absage des Opel-Verkaufs an den Zulieferer Magna abmildern, hieß es weiter. Am Freitag hatte GM den Abgang des bisherigen Europachefs Forster bekanntgegeben. In mehreren Medienberichten hatte es daraufhin zunächst geheißen, sein Nachfolger solle der US-Manager Nick Reilly werden, der bisher für das internationale Geschäft zuständig ist und als harter Sanierer gilt.

GM-Chef Fritz Henderson wolle kommende Woche zusammen mit Reilly und Opel-Chef Hans Demant die Lage bei der europäischen Tochter analysieren, schrieb das «Wall Street Journal». Der alte und neue Mutterkonzern will gut 10 000 der rund 55 000 Jobs in Europa streichen. In Deutschland wird befürchtet, dass deutsche Standorte bei der Sanierung durch GM härter betroffen sein könnten als bei den Magna-Plänen.

Unterdessen steht Forster nach Informationen des «Focus» vor einem Wechsel zum indischen Autokonzern Tata. Die Entscheidung über die Personalie stehe kurz bevor, berichtet das Magazin unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person. Laut «Focus» sucht Tata für den weltweiten Vertrieb seiner Kleinwagen einen Fachmann. Herausforderung sei die für 2011 geplante Europa-Einführung des Billigautos Tata Nano. Tata Motors ist der größte Autohersteller in Indien und besitzt auch die britischen Marken Jaguar und Land Rover.

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