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Revision nach Missbrauchsprozess um Lehrer gefordert

Erfurt (dpa) - Nach dem Freispruch eines Lehrers in einem Missbrauchsprozess hat sich das thüringische Kultusministerium für eine Revision ausgesprochen. Es setze darauf, dass die Staatsanwaltschaft diesen Schritt gehe, hieß es in einer Mitteilung. Diesen Artikel weiter lesen

Das Erfurter Landgericht hatte den 41-Jährigen am Donnerstag aus Mangel an Beweisen von dem Vorwurf freigesprochen, fünf Grundschülerinnen in elf Fällen missbraucht zu haben. Der Vorsitzende Richter sagte, er glaube zwar den Mädchen, aber auch mit Hilfe von Gutachtern hätte das Geschehen nicht eindeutig geklärt werden können. Er forderte den Angeklagten auf, sich einen anderen Beruf zu suchen. Die Anklage hatte drei Jahre Haft gefordert.

«Ich kann glauben, dass da etwas war, ich muss aber wissen, um zu verurteilen», sagte Richter Holger Pröbstel. Eine Verurteilung würde einer Revision vor dem Bundesgerichtshof nicht standhalten - und einen erneuten monatelangen Prozess wolle er den Mädchen, die heute neun und zehn Jahre alt sind, nicht zumuten. Dass der Angeklagte wieder Lehrer werden könnte, sei ein «grausiger Gedanke».

Pröbstel warf der Polizei vor, Protokolle der Erstaussagen nicht wasserdicht verfasst zu haben. Er bezweifle nicht, dass die Mädchen mit ihren Anschuldigungen die Wahrheit gesagt hätten. Im Verfahren sei aber nicht klargeworden, ob und wann die Mädchen sich untereinander ausgetauscht hätten und inwieweit sie von Eltern und Lehrern beeinflusst worden seien.

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