Frankfurt (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt ist am Mittwoch mit Kursgewinnen gestartet. Nach einer guten Eon-Bilanz und dank der Gewinne des Dow Jones an der Wall Street sprachen Börsianer von anhaltend guter Stimmung. Diesen Artikel weiter lesen
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Der Dax legte am Morgen um 0,90 Prozent auf 5.663,45 Punkte zu. Am Vortag hatte der Leitindex mit minus 0,12 Prozent laut Händlern "durchgeatmet". Der MDax gewann 1,16 Prozent auf 7.269,61 Zähler, der TecDax stieg um 0,90 Prozent auf 759,62 Punkte.
"Es wird ein arbeitsreicher Tag", sagte ein Händler mit Blick auf die zahlreichen Bilanzen. Die Eröffnungsgewinne seien der guten Vorgabe geschuldet: Der Future auf den Dow Jones gewann seit dem Xetra-Schluss am Vortag 0,80 Prozent. Ben Potter, Analyst bei IG Markets, spricht von einer "vorsichtigen Aufwärtsbewegung" an den internationalen Börsen in Richtung ihrer Jahreshochs. Aus seiner Sicht wird die Entwicklung der Stimmung entscheidend dafür sein, ob diese Widerstandsmarken geknackt werden können. Marktbewegende Konjunkturdaten stehen nicht auf der Agenda.
Tagessieger im Dax waren Eon nach der Bilanzvorlage des Versorgers mit plus 2,23 Prozent auf 27,53 Euro. Eon erhöhte überraschte mit einer erneuten Erhöhung der erst im Sommer leicht angehobenen Prognose für den bereinigten Konzernüberschuss. Börsianer werteten die Zahlen auf den ersten Blick positiv. Analyst Michael Schäfer von Equinet erwartet den Tag über eine positive Kursreaktion. "Die heutigen Ergebnisse sollten die Sorgen über mögliche Dividendenkürzungen dämpfen", so der Experte.
Henkel-Aktien verloren hingegen nach endgültigen Zahlen zum dritten Quartal 0,46 Prozent auf 32,25 Euro. Die große Überraschung sei ausgeblieben, allerdings erwartet der Konsumgüter- und Klebstoffhersteller für das vierte Quartal eine geringere Dynamik im Verbrauchergeschäft. Auf diese vorsichtige Aussage wies auch Commerzbank-Analyst Andreas Riemann hin. "Zusammen mit der jüngst starken Kursentwicklung sehen wir derzeit keine Impulse für die Aktie", sagte er und blieb bei der Empfehlung "Hold".
Belastet von einer negativen Studie büßten K+S am Dax-Ende 0,73 Prozent auf 38,32 Euro ein. Die UBS senkte ihr Kursziel für die Aktien des Düngemittelherstellers von 30 auf 27 Euro und bekräftigte die Verkaufsempfehlung mit "Sell". Der europäische Preis für Pottasche dürfte rapide auf das Niveau der jüngst mit Indien abgeschlossenen Verträge fallen, schrieben die Analysten in der aktuellen Studie.
Bei den Technologietiteln rückten Freenet, Centrotherm Photovoltaics und Bechtle in den Fokus. Die Integration von debitel schmälerte den Gewinn des Mobilfunkanbieters Freenet auch im dritten Quartal. Unterm Strich blieb nur noch ein Gewinn von 2,1 Millionen Euro nach plus 140 Millionen im Vorjahr. Börsianer sahen die Bilanz auf den ersten Blick "unter den Erwartungen". Während der Umsatz die Schätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten übertraf, blieben die Gewinnzahlen hinter diesen zurück. Ein Börsianer sagte: "Nach der guten Kursentwicklung rechtfertigt die Bilanz keinen weiteren Kursanstieg." Die Aktien verloren 0,87 Prozent auf 9,14 Euro.
Positiv reagierten die Papiere von Centrotherm mit plus 4,82 Prozent auf 33,25 Euro auf die Bilanz des Photovoltaik-Zulieferers. Der Konzern setzte zwar in den ersten neun Monaten seinen Wachstumskurs fort, wegen eines schwächeren dritten Quartals verfehlte die im TecDax notierte Gesellschaft aber die Erwartungen der Analysten leicht. Angesichts der angespannte Lage in der Solarbranche kämpft Centrotherm mit einem schwachen Auftragseingang. Ein Börsianer verwies aber auf den bekräftigten Ausblick, der nach den Prognosesenkungen anderer Solarkonzerne sehr positiv wirke.
Der IT-Dienstleister Bechtle schaffte im dritten Quartal die Wende. "Viele Indikatoren deuten darauf hin, dass die Talsohle durchschritten ist", sagte Firmenchef Thomas Olemotz. Er blicke optimistisch in die Zukunft. Die Zahlen sind besser ausgefallen, als die von dpa-AFX befragten Analysten erwartet hatten. Die Aktie gewann 2,27 Prozent auf 18,00 Euro.




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