London (dpa) - Die britische Krisenbank Royal Bank of Scotland (RBS) schreibt weiter kräftige Verluste. Die verstaatlichte Bank verbuchte im dritten Quartal einen Verlust aus dem operativen Geschäft von 1,5 Milliarden Pfund. Diesen Artikel weiter lesen
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Allerdings hatten das Minus im zweiten Quartal noch bei 3,5 Milliarden Pfund gelegen. Auch bei den Ramschpapieren und faulen Krediten zeichnete sich eine leichte Entspannung ab. Nachdem RBS im zweiten Quartal deshalb noch 4,7 Milliarden Pfund abschreiben musste, waren es im dritten Quartal noch 3,3 Milliarden Pfund (3,7 Mrd Euro), wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.
RBS-Chef Stephen Hester erwartet auch für das kommende Jahr weitere Verluste. Der Weg zur Erholung der angeschlagenen Bank sei «ein Marathon, aber kein Sprint», sagte er der BBC. Frühestens in zwei Jahren sieht er sein Unternehmen wieder Gewinne schreiben. Im dritten Quartal lag der Verlust unterm Strich bei 1,8 Milliarden Pfund (2 Mrd Euro). Vor einem Jahr, als die Finanzkrise mit der Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers ihren Höhepunkt erreichte, hatte die RBS noch 871 Millionen Pfund verdient.
Erst am Dienstag hatte die britische Regierung der RBS eine radikale Schrumpfkur verordnet, gleichzeitig aber weitere Steuermilliarden in den Sanierungsfall gepumpt. Die RBS muss sich von Teilen ihres Geschäfts trennen, weil die EU Wettbewerbsbedenken angemeldet hatte. Zudem steckt die Regierung weitere 25,5 Milliarden Pfund direkt in die Bank und erhöht damit ihren Anteil von 70 auf 84 Prozent. Zudem steht der Staat und damit die Steuerzahler gegen Gebühr für problematische Wertpapiere über 282 Milliarden Pfund gerade.
Vor allem die Übernahme des niederländischen Wettbewerbers ABN Amro hatte die RBS vergangenes Jahr in die Katastrophe gestürzt. Die neuen Milliardenhilfen sind umstritten, weil RBS mitgeteilt hatte, weitere 3700 Stellen zu streichen.




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