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UN bringen Afghanistan-Mitarbeiter in Sicherheit

Kabul (dpa) - Nach dem tödlichen Angriff auf UN-Mitarbeiter in Kabul ziehen die Vereinten Nationen mehr als die Hälfte ihres ausländischen Personals vorübergehend aus Gefahrenzonen in Afghanistan ab. Unterdessen wurden in der Provinz Kundus 22 Taliban-Kämpfer getötet. Diesen Artikel weiter lesen

UN-Sprecher Aleem Siddique sagte am Donnerstag, bis zu 600 der rund 1000 internationalen UN-Mitarbeiter würden für einige Wochen innerhalb Afghanistans an sicherere Plätze verlegt oder ganz außer Landes gebracht. Der UN-Sondergesandte Kai Eide sagte, die Verlegung werde die Arbeit der Vereinten Nationen in Afghanistan nicht negativ beeinflussen. Eide betonte: «Wir sprechen nicht über einen Abzug und wir sprechen nicht über Evakuierung.»

Teil der Aktion sei auch die Unterbringung von UN-Mitarbeitern, die in Kabul bislang auf 93 Gästehäuser verteilt gewesen seien, auf größeren gesicherten Geländen, sagte Siddique. Eide fügte hinzu, die UN verschärften mit den Maßnahmen die Sicherheitsvorkehrungen für ihre Mitarbeiter. Am Mittwoch vergangener Woche waren bei einem Angriff der Taliban auf ein UN-Gästehaus in Kabul fünf ausländische Mitarbeiter der Vereinten Nationen getötet worden. Bei einem Besuch in Kabul am vergangenen Montag hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon betont, die UN würden ihre Arbeit in Afghanistan fortsetzen.

Siddique stellte am Donnerstag klar, dass von der Verlegung 600 ausländische UN-Mitarbeiter betroffen seien. UN-Sprecher Adrian Edwards hatte zuvor gesagt, jeweils rund 300 afghanische und ausländische Mitarbeiter würden verlegt.

Bei einer Operation deutscher, amerikanischer und einheimischer Truppen in der nordafghanischen Provinz Kundus wurden nach afghanischen Armeeangaben 22 Taliban-Kämpfer getötet. Mindestens vier Aufständische starben bei einem mutmaßlichen US-Raketenangriff im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan.

Oberst Abdul Wakil Hasas sagte, unter den Toten der Gefechte in Gul Tepa am Rande von Kundus-Stadt sei ein örtlicher Taliban-Kommandeur namens Kari Baschir. Insgesamt sechs Leichen seien als Usbeken oder Tschetschenen identifiziert worden. Ein afghanischer Soldat sei verletzt worden. An der am Mittwoch begonnenen Operation seien Soldaten der Bundeswehr und der afghanischen Nationalarmee sowie Spezialkräfte der US-Armee beteiligt gewesen.

Die Internationale Schutztruppe ISAF teilte mit, sie untersuche Vorwürfe, wonach bei einem NATO-Raketenangriff in der südafghanischen Provinz Helmand Zivilisten getötet worden seien. ISAF-Soldaten hätten mit der Rakete neun Menschen beschossen, die nach Einschätzung der Truppen eine Sprengfalle versteckten. Dorfbewohner warfen der ISAF dagegen vor, neun Zivilisten getötet zu haben, darunter drei Kinder. Sie brachten die Leichen am Donnerstag in die Provinzhauptstadt Laschkar Gah. Ein Dorfbewohner namens Hadschi Gholam Rasul sagte, die Opfer hätten auf einem Feld gearbeitet, als sie beschossen worden seien. Präsident Hamid Karsai verurteilte den Angriff. Das Innenministerium kündigte ebenfalls eine Untersuchung an.

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