Berlin (dpa) - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wird nach Informationen der «Leipziger Volkszeitung» eine Neu-Interpretation des NATO-Untersuchungsberichts zu Afghanistan vornehmen. Diesen Artikel weiter lesen
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Bereits heute wolle er die Obleute der Bundestagsfraktionen im Verteidigungsausschuss treffen. Dabei werde er seine Sicht auf den umstrittenen Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklastzüge in Nordafghanistan darlegen, berichtete die Zeitung. Die politische Spitze des Ministeriums wolle nach dem Wechsel von Franz Josef Jung (CSU) zu Guttenberg auf Distanz zur Version von Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan gehen.
US-Kampfjets hatten am 4. September auf Anforderung des deutschen Oberst Georg Klein zwei Tanklastzüge bombardiert, die von Taliban gekapert worden waren und dann in einem Flussbett feststeckten. Unter Berufung auf den NATO-Bericht erklärte das Ministerium in der vergangenen Woche, die genaue Zahl der Opfer des Luftschlags sei nicht zu ermitteln. Die Zahl der Toten und Verletzten liege zwischen 17 und 142, darunter 30 bis 40 Zivilisten. Die Bundeswehr sah sich durch den Bericht entlastet. Die Opposition im Bundestag hält diese Bewertung nach Einsicht in den Bericht für unzulässig.
Generalinspekteur Schneiderhan hatte nach einer ersten Auswertung der NATO-Untersuchung erklärt, er habe keinen Grund daran zu zweifeln, dass Klein militärisch angemessen gehandelt habe. Ein Ministeriumssprecher kündigte am Mittwoch an, Guttenberg wolle eine eigene Einschätzung des NATO-Berichts vornehmen und dann das Parlament informieren.




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