Rostock (dpa) - Trotz eines massiven Polizeiaufgebots ist es nach dem Zweitliga-Nordderby zwischen dem FC Hansa Rostock und dem FC St. Pauli (0:2) erneut zu Krawallen gekommen. Nur mit Hilfe von Wasserwerfern konnte die Polizei verhindern, dass etwa 500 Rostocker Fans eine Sperre durchbrachen. Diesen Artikel weiter lesen
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Augenzeugenberichten zufolge flogen Steine. 27 Polizisten wurden nach Behördenangaben leicht verletzt. 23 Anhänger von Hansa Rostock nahm die Polizei in Gewahrsam. Ihnen wird Landfriedensbruch vorgeworfen. Obwohl die Ausschreitungen glimpflicher verliefen als nach dem Duell vor einem Jahr, belebten die neuerlichen Krawalle die Debatte um geeignete Vorsorgemaßnahmen und die Verantwortung der Fußball-Clubs neu.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) forderte die Vereine zu mehr Vorbeugung gegen Gewalt auf. Alle Verantwortlichen müssten überlegen, was man besser machen könne, sagte GdP-Chef Konrad Freiberg dem Nachrichtensender n-tv. «Es sind ihre Fans, man kennt sich untereinander.» Randalierer müssten mit Stadionverboten belegt werden. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) appellierte auch an die Verantwortung der Spieler. Diese dürften nicht noch mit eindeutigen Gesten die Stimmung im Stadion anheizen. «Auf dem Platz sind sportliche und keine schauspielerischen Leistungen gefragt», betonte der Minister. Er bezog sich dabei auf eine provozierende «Kopf-ab»-Handbewegung des St.-Pauli-Torschützen Deniz Naki in Richtung der Hansa-Fans.
Laut Caffier war der Einsatz von rund 1500 Beamten erforderlich. Damit sei Schlimmeres verhindert worden, beide Fan-Gruppen wurden strikt getrennt. Die Kosten dafür gingen aber in die Hunderttausende. «Es ist der Gesellschaft nicht länger zuzumuten, dass derartige Polizei-Einsätze auf dem Rücken des Steuerzahlers ausgetragen werden», sagte der Minister. Er sprach sich dafür aus, Gewalttäter in Regress zu nehmen und forderte deren schnelle und konsequente Bestrafung. «Die Gesellschaft darf nicht zulassen, dass ein brutaler, gewalttätiger und damit krimineller Mob unter dem Deckmantel des Fußballs regelmäßig friedliche Bürger tyrannisiert, die Polizei angreift und die Justiz herausfordert», sagte der Minister weiter.
Schon nach der Führung der Hamburger waren im St.-Pauli-Block Feuerwerkskörper abgebrannt worden. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer (Herne) unterbrach die Partie daraufhin für drei Minuten. Die Trainer beider Teams distanzierten sich sowohl von den Feuerwerksaktionen als auch von gewalttätigen Ausschreitungen. «Das sind Leute, die, als der liebe Gott das Gehirn verteilt hat, nicht "Hier!" geschrien haben», sagte Pauli-Trainer Holger Stanislawski im Sportsender DSF.




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