Wirtschaft erholt sich - aber nur leicht Diesen Artikel weiter lesen
Brüssel (dpa) - Die Aussichten für die Wirtschaft verbessern sich, doch der Arbeitsmarkt bleibt unter Druck. Die EU-Kommission sagt für Deutschland und die Europäische Union in ihrer Herbstprognose wachsende Arbeitslosigkeit im kommenden Jahr voraus. Die Rezession sei vorbei, heißt es in der am Dienstag veröffentlichten Konjunktur-Herbstprognose der EU-Kommission. «Aber es gibt nur eine schrittweise Besserung», sagte EU-Währungskommissar Joaquín Almunia. Für 2010 wird in Deutschland ein Wachstum von 1,2 Prozent erwartet. Für die gesamte EU soll es bei 0,7 Prozent liegen. Almunia verlangte, die 27 EU-Staaten müssten trotz der weltweiten Krise spätestens von 2011 an versuchen, ihre Schulden in den Griff zu bekommen. Nur schleppend und mit einiger Verzögerung erholt sich dagegen der Arbeitsmarkt. In Deutschland werde die Arbeitslosenquote von 7,7 Prozent in diesem Jahr über 9,2 Prozent im kommenden Jahr auf 9,3 Prozent im Jahr 2011 steigen, teilte die Kommission mit.
Großbritannien pumpt weitere Milliarden in Banken
London (dpa) - Die britischen Steuerzahler müssen für die Rettung der heimischen Banken erneut tief in die Tasche greifen. Der Staat pumpt weitere 31,2 Milliarden Pfund (34,5 Mrd Euro) in die beiden größten Sanierungsfälle des Landes, die Royal Bank of Scotland (RBS) und die Lloyds Banking Group. Im Gegenzug für die Hilfen müssen sich die mächtigen Geldhäuser von weiten Teilen ihres Geschäfts trennen, wie das Finanzministerium am Dienstag in London mitteilte. Die Zerschlagung war nötig geworden, weil die EU Wettbewerbsbedenken angemeldet hatte. Der größere Problemfall ist dabei die Royal Bank of Scotland. Die Regierung erhöht dort ihren Anteil von 70 auf 84 Prozent. Insgesamt sichern die Steuerzahler jetzt gegen Gebühr problematische Wertpapiere über 282 Milliarden Pfund ab. Außerdem steckt die Regierung weitere 25,5 Milliarden Pfund direkt in die Bank.
Börse straft BMW ab - 2009 Gewinn geplant
München (dpa) - Der Autobauer BMW kämpft weiter mit der schwachen Nachfrage. Das Unternehmen meldete für das dritte Quartal zwar zum zweiten Mal in diesem Jahr einen kleinen Gewinn und rechnet auch für das Gesamtjahr mit schwarzen Zahlen, insgesamt schnitten die Münchner aber schwach ab und blieben unter den Erwartungen der Experten. In der Autosparte fielen erneut Verluste an. An der Börse wurde BMW dafür abgestraft. Die BMW-Aktie verlor zwischenzeitlich knapp sieben Prozent. Der Ausblick aufs kommende Jahr fiel vorsichtig optimistisch aus. Zwischen Juli und Ende September sank der Umsatz um mehr als sechs Prozent auf 11,76 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) kam BMW auf ein Plus von 55 Millionen Euro nach 387 Millionen im Vorjahr. Unterm Strich blieb ein Gewinn von 78 Millionen Euro - im Vorjahreszeitraum waren es noch 298 Millionen Euro. Für den Gewinn sorgte vor allem das Finanzgeschäft.
Metro kämpft weiter mit Wirtschaftskrise
Düsseldorf (dpa) - Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat auch im dritten Quartal mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen gehabt. Allerdings zeigt das Anfang des Jahres eingeleitete Sparprogramm inzwischen Wirkung. Es bewahrte den Konzern vor größeren Einbrüchen beim Ergebnis. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag mit 357 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahresniveau, wie Metro am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich drückten unter anderem die Kosten für den Konzernumbau den Überschuss von 183 Millionen Euro auf 72 Millionen Euro. Zudem wirkten sich Währungskurse ungünstig aus. Der Konzernumsatz fiel um 4,6 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro.
UBS kommt nicht aus roten Zahlen
Zürich (dpa) - Die Schweizer Großbank UBS kommt wegen Problemen im Investmentbanking anders als viele ihrer Konkurrenten nicht aus den roten Zahlen. Der Verlust zwischen Juli und Ende September betrug 564 Millionen Schweizer Franken (rund 373 Mio Euro) nach 1,4 Milliarden Franken im zweiten Quartal, wie die vom Staat gestützte Bank am Dienstag in Zürich mitteilte. Das Institut hat außerdem weiter Probleme in der Vermögensverwaltung - einem der wichtigsten Bereiche der Bank. Anleger zogen erneut massenhaft Gelder ab.
GM will über Opel-Zukunft entscheiden - Einigung zu Lohnverzicht
Rüsselsheim/Detroit (dpa) - Der Verkauf von Opel hat eine wichtige Hürde genommen: Die Arbeitnehmer haben sich mit dem designierten Käufer Magna auf einen Beitrag der Belegschaft zur Sanierung des maroden Autobauers geeinigt. Dies ist eine Voraussetzung dafür, dass Opel an den österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna verkauft werden kann, wie der Gesamtbetriebsrat am Dienstag mitteilte. Die Einigung glückte nach wochenlangen Verhandlungen unmittelbar vor einer richtungsweisenden Entscheidung beim Alteigentümer General Motors (GM) und könnte ein wichtiges Signal nach Detroit senden. Dort wollte der GM-Verwaltungsrat am Dienstagnachmittag erneut über den Verkauf des deutschen Autobauers an den Zulieferer Magna und dessen russische Partner beraten.
Nokia Siemens baut bis zu 6000 Stellen ab
Helsinki (dpa) - Bei dem verlustreichen Gemeinschaftsunternehmen von Nokia und Siemens werden bis zu 6000 Arbeitsplätze gestrichen. Wie der Handy-Konzern Nokia am Dienstag in Helsinki ankündigte, ist bei den geplanten Sparmaßnahmen der Abbau von sieben bis neun Prozent der derzeit 64 000 Beschäftigten vorgesehen. Bis Ende 2011 sollen 550 Millionen Euro Kosten eingespart werden, hieß es weiter. Im dritten Quartal wies Nokia Siemens Networks (NSN) einen operativen Verlust von 53 Millionen Euro aus. Der Umsatz fiel um knapp 20 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro. Seit Beginn der Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Siemens-Konzern und Nokia mit je 50 Prozent im Frühjahr galt NSN als Sorgenkind.
Werkzeug-Ehe: Stanley Works kauft Black & Decker
New York (dpa) - Die US-Traditionskonzerne Black & Decker und Stanley Works schrauben einen neuen globalen Werkzeugriesen zusammen. Das 4,5 Milliarden Dollar schwere Geschäft (3,0 Mrd Euro) ist bereits der vierte Anlauf der Industrie-Ikonen für eine Ehe. Für Druck sorgte die Immobilien- und Wirtschaftskrise, die beide schwer getroffen hat. Der etwas kleinere Rivale Stanley Works schluckt bei dem allein mit Aktien finanzierten Geschäft den fast 100 Jahre alten Hersteller Black & Decker. Der Kaufpreis beinhaltet auch Schulden, wie die Unternehmen am Montagabend (Ortszeit) mitteilten. Der neue Konzern Stanley Black & Decker sieht sich als Weltmarktführer mit rund 8,4 Milliarden Dollar Umsatz. Die Palette beider Unternehmen ergänze sich bestens. Bis zu 4000 der mehr als 40 000 Stellen sollen wegfallen.
Chemieindustrie spürt Aufwärtstrend
Frankfurt/Main (dpa) - Nach einem dramatischen Konjunktureinbruch spürt die deutsche Chemieindustrie einen zunehmenden Aufwärtstrend. Im dritten Quartal wurden Umsätze in Höhe von 35 Milliarden Euro erzielt. Dies bedeutet saisonbereinigt einen Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie der Verband der Chemischen Industrie (VCI) am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresquartal lagen die Erlöse aber noch 15 Prozent im Minus. «In der Chemie geht es jetzt zwar weiter bergauf. Dennoch liegen wir mit der Produktion noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau», sagte VCI-Präsident Ulrich Lehner laut Mitteilung. Für das Gesamtjahr rechnet der Verband unverändert mit einem Umsatzrückgang von 12 Prozent. Dieser setzt sich aus einem Preisrückgang von rund 2 Prozent und einem Produktionsrückgang von 10 Prozent zusammen.
Deutsche Aktien unter Druck
Frankfurt/Main (dpa) - Belastet von anhaltend großer Nervosität ist der deutsche Aktienmarkt am Dienstag unter Druck geraten. Der Dax stand am Nachmittag mit 1,26 Prozent im Minus bei 5362,32 Punkten. Der MDax mittelgroßer Werte verlor 1,59 Prozent auf 6659,84 Zähler. Der TecDax fiel von Gewinnmitnahmen belastet um 1,29 Prozent auf 713,35 Punkte. Am Rentenmarkt sank die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,97 (Vortag: 3,02) Prozent. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,4658 (1,4772) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,6822 (0,6770) Euro.




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