Kabul (dpa) - Nach wochenlangem Chaos wegen Wahlbetrugs ist Hamid Karsai zum neuen Präsidenten in Afghanistans erklärt worden. Unglücklicherweise habe einer der Kandidaten seine Teilnahme an der zweiten Wahlrunde abgesagt. Diesen Artikel weiter lesen
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Das sagte der Chef der umstrittenen Wahlkommission (IEC), Asisullah Ludin, am Montag in Kabul. Amtsinhaber Karsai habe im ersten Wahlgang eine Mehrheit erreicht und sei nun der einzige verbleibende Kandidat, was die Stichwahl überflüssig mache. Außerdem führte Ludin Sicherheits- und finanzielle Gründe für die Absage der Wahl an. «Wir erklären Hamid Karsai zum gewählten Präsidenten des Landes.»
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, der am Montag zu einem Überraschungsbesuch in Kabul eingetroffen war, begrüßte die Entscheidung der IEC. «Ich gratuliere Präsident Karsai», hieß es in einer Erklärung Bans. «Dies ist ein schwieriger Wahlprozess für Afghanistan gewesen und Lektionen müssen gelernt werden. Afghanistan steht nun vor bedeutenden Herausforderungen.»
Karsai müsse schnell eine Regierung bilden, die das Vertrauen des afghanischen Volkes und der Internationalen Gemeinschaft habe. Ban war zuvor mit Karsai und dem früheren Außenminister Abdullah Abdullah zusammengetroffen, der sich aus der Stichwahl zurückgezogen hatte. Ban sagte, die Afghanistan-Wahl sei eine der schwierigsten jemals gewesen, die die UN unterstützten.
Abdullah hatte von Karsai gefordert, IEC-Chef Ludin wegen des massiven Betrugs in der ersten Runde der Wahl am 20. August zu entlassen. Als dies erfolglos blieb, hatte Abdullah unter Verweis auf erneut drohende Manipulationen bei der zweiten Runde seine Teilnahme an der Präsidentenwahl abgesagt. Nach dem um gefälschte Stimmen bereinigten Endergebnis der ersten Runde am 20. August hatte Karsai die absolute Mehrheit mit 49,67 Prozent der Stimmen knapp verfehlt. Er hatte aber dennoch fast 20 Punkte vor Abdullah gelegen.
Da Karsai keine absolute Mehrheit hatte, schrieb die Verfassung eine Stichwahl vor. Den Rückzug eines Kandidaten aus der Stichwahl sieht die Verfassung nicht vor. Ein Abdullah-Sprecher sagte am Montag: «Wir haben nicht mehr als das von der Wahl erwartet.» Eine offizielle Erklärung Abdullahs werde an diesem Dienstag folgen.




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