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Nordkorea ruft USA zu Gesprächen auf

Seoul (dpa) - Das kommunistische Nordkorea besteht im Streit um sein Atomwaffenprogramm auf direkten Gesprächen mit den USA. Falls Washington dazu nicht bereit sei, wolle Nordkorea seinen «eigenen Weg gehen», erklärte das Außenministerium in Pjöngjang, ohne diese Warnung näher zu erläutern. Diesen Artikel weiter lesen

Nordkorea habe bereits seine Position geäußert, dass es auch multilaterale Verhandlungen geben könne, die Wiederaufnahme der Sechs-Länder-Gespräche eingeschlossen, wurde ein Sprecher von der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA zitiert. Dies hänge jedoch von bilateralen Gesprächen ab. Daher seien jetzt die USA am Zug, eine Entscheidung zu treffen.

Nordkoreas Aufforderung kam nach informellen Gesprächen zwischen dem amerikanischen Gesandten für die Sechser-Gespräche, Sung Kim, und dem stellvertretenden nordkoreanischen Chefunterhändler, Ri Gun, am vergangenen Wochenende in den USA. Nach Angaben des US-Außenministeriums nutzte Sung Kim «die Gelegenheit, unsere Position zur atomaren Entwaffnung und zu den Sechs-Parteien-Gesprächen zu überbringen».

Washington ist zwar zu bilateralen Verhandlungen mit Pjöngjang bereit, aber nur, wenn diese zur Fortsetzung der Sechser-Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomprogramms führen. Nordkorea hatte die Gespräche mit den USA, China, Südkorea, Russland und Japan im April verlassen. Im September hatte es zwar seine Bereitschaft zum Wiedereinstieg geäußert. Doch machte das Land die Rückkehr vom Verlauf direkter Verhandlungen mit den USA abhängig.

Die nationale südkoreanische Agentur Yonhap berichtete unterdessen unter Berufung auf Beamte des Verteidigungsministeriums in Seoul, Nordkorea habe offensichtlich die Wiederaufarbeitungsanlage in seinem Atomzentrum Yongbyon vollständig wiederhergestellt. In der Anlage lässt sich aus benutzten Kernbrennstäben Plutonium für den Kernwaffenbau zurückgewinnen. Wesentliche Teile seiner Nuklearanlagen hatte Nordkorea eines im Rahmen der Sechser-Gespräche geschlossenen Abkommens unbrauchbar gemacht.

Nordkorea hatte bereits vor einem Monat erklärt, dass es dabei sei, seine Plutoniumbestände zu neuen Atomwaffen umzuwandeln. Aus Protest gegen die Verhängung verschärfter Sanktionen des UN-Sicherheitsrats wegen seines zweiten Atomtests im Mai hatte Nordkorea Mitte Juni den Bau neuer Nuklearwaffen angekündigt.

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