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Walter Kappacher mit Büchner-Preis geehrt

Darmstadt (dpa) - Für sein literarisches Lebenswerk hat der österreichische Schriftsteller Walter Kappacher («Der Fliegenpalast») am Samstag in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis erhalten. Diesen Artikel weiter lesen

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verlieh dem 71-Jährigen die bedeutendste deutsche Literaturauszeichnung, da in seinem «erzählerischen Werk die Stille hörbar wird und uns in seinen Bann zieht; für seine hoch musikalische, feinst komponierte und trotzdem gelassene, gleichsam atmende Prosa». Kappacher pflege «einen melancholischen Blick auf Welt und Menschen, der falschen Trost verweigert und gerade deshalb tröstlich wirkt».

Der Preis ist mit 40 000 Euro dotiert. Die Akademie ehrt damit jährlich deutschsprachige Schriftsteller und Dichter, die «durch ihre Arbeiten in besonderem Maße hervortreten und die an der Gestaltung des gegenwärtigen deutschen Kulturlebens wesentlichen Anteil haben».

Kappacher ist in Salzburg geboren und aufgewachsen. Er wurde erst spät bekannt. 1975 legte er sein erstes Werk vor, den Roman «Morgen». Dann folgten weitere Romane und Erzählungen. Doch erst 30 Jahre später erreichte der Autor mit «Selina» größere Aufmerksamkeit. Im Frühjahr dieses Jahres erschien der viel beachtete Künstlerroman «Fliegenpalast».

In seiner Dankesrede schilderte Kappacher Kindheit und Jugend sowie seine Hinwendung zur Literatur. «Auch ich habe das Schreiben wahrscheinlich durch das Lesen erlernt», sagte er. «Für mich jedenfalls zählte immer bloß die Qualität einer künstlerischen Arbeit, egal ob sie vor 2000 Jahren oder vor 20 entstanden war.»

Bereits im vergangenen Jahr war der Georg-Büchner-Preis mit Josef Winkler («Roppongi, Requiem für einen Vater») an einen Österreicher gegangen. Frühere Preisträger sind unter anderen Friedrich Dürrenmatt, Heinrich Böll, Erich Kästner, Günter Grass, Elfriede Jelinek, Wolfgang Hilbig und Wilhelm Genazino. Namensgeber ist der Dramatiker und Revolutionär Georg Büchner, der 1813 im Großherzogtum Hessen geboren wurde und 1837 in Zürich starb.

Die Akademie verlieh neben dem Georg-Büchner-Preis noch zwei weitere Auszeichnungen, die beide mit 12 500 Euro dotiert sind. Die Kunst- und Wissenschaftshistorikerin Julia Voss erhielt den Sigmund- Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa. Den Johann-Heinrich-Merck- Preis für literarische Kritik und Essay bekam der Kritiker und Lyriker Harald Hartung überreicht.

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