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Coup gegen Dänemark: Handballer holen Supercup

Hannover (dpa) - Coup geglückt: Deutschlands Handballer haben mit einer Gala gegen Europameister Dänemark zum fünften Mal den Supercup gewonnen. Im Endspiel um den Turniersieg bezwang der Gastgeber in Hannover die favorisierten Skandinavier überraschend mit 30:26 (16:12). Diesen Artikel weiter lesen

Nach zwei Siegen und einem Remis gewann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) das Vier-Nationen-Turnier mit 5:1 Punkten vor Dänemark (4:2) und Schweden (3:3), das zum Abschluss die punktlosen Norweger mit 30:25 (15:12) besiegt hatte. Die deutsche Mannschaft überzeugte 79 Tage vor Beginn der Europameisterschaft in Österreich durch Handball mit Herz, muss spielerisch aber noch zulegen.

Vor 10 000 Zuschauern in der ausverkauften TUI Arena warf der Wetzlarer Sven-Sören Christophersen (5) die meisten deutschen Tore. «Ich bin natürlich zufrieden, dass wir gewonnen haben, aber das war weniger wichtig», meinte Bundestrainer Heiner Brand. «Vielmehr haben wir gesehen, dass wir mit einer Spitzenmannschaft wie Dänemark mit großem Engagement mithalten konnten und uns klar gesteigert haben gegenüber dem Schweden-Spiel.»

Am Vortag beim 30:30 gegen Schweden schien die DHB-Auswahl unter dem Druck des von Brand angeheizten Konkurrenzkampfes trotz gegenteiliger Behauptungen zu verkrampfen. Ebenso ungelenk wie unglücklich agierte das Team, blieb satte 11:39 Minuten ohne Torerfolg und musste einem 0:4-Rückstand hinterherhetzen. «Da hat sich eine gewisse Verunsicherung eingeschlichen», gab Kapitän Michael Kraus zu. Nach Meinung des Bundestrainers war sein Spielmacher daran nicht unschuldig. «Er hat das Spiel nicht geführt», rüffelte er seinen Musterschüler aus Lemgo.

Erst nach der Pause fand der Gastgeber seinen Spielfaden, um ihn nach einer 26:22-Führung (49.) aber wieder zu verlieren und den greifbaren Sieg noch zu verspielen. Der WM-Fünfte legte die Tugenden an den Tag, die der Bundestrainer in den ersten 30 Minuten vermisst hatte: Leidenschaft und Begeisterung. «Diese Mannschaft lebt von der Begeisterung», sagte Brand und bekam dies im Spiel gegen Dänemark von seinem Team eindrucksvoll demonstriert.

Während sich diese Einstellungsprobleme nahezu im Handumdrehen beheben ließen, bedürfen die spielerischen Mängel mehr Aufmerksamkeit. «Die Ballsicherheit einer Spitzenmannschaft ist bei uns noch nicht vorhanden. Wir müssen sehr gut eingespielt sein, wenn wir bei der EM eine Chance haben wollen», monierte der Bundestrainer, konnte aber gegen Dänemark deutliche Fortschritte sehen.

Das Einspielen für die EM war für ihn beim Supercup wichtiger als der Turniersieg. Dafür hat er in den drei Partien gegen Norwegen, Schweden und Dänemark unterschiedliche Formationen getestet, um so auch den Konkurrenzkampf weiter anzuheizen.

Bis zum EM-Auftakt am 19. Januar in Innsbruck gegen Polen hat der Gummersbacher noch fünf Plätze in seinem 16-köpfigen Aufgebot zu vergeben, gönnt aber auch den Arrivierten keinen Spielraum für Nachlässigkeiten. Beim Supercup hatte er 18 Akteure im Einsatz. Mitte Dezember muss der Bundestrainer seinen vorläufigen, 28 Spieler umfassenden Kader benennen, aus dem dann auch das endgültige Team formiert werden muss. «Da wird es keine großen Überraschungen geben», gab Brand zu.

«Heiner hat seine Mannschaft in gewisser Weise schon im Hinterkopf», meinte Kraus. Er gilt ebenso als gesetzt wie die drei Torhüter Johannes Bitter, Carsten Lichtlein und Silvio Heinevetter sowie die Feldspieler: Oliver Roggisch, Sebastian Preiß, Lars Kaufmann, Holger Glandorf, Torsten Jansen, Christian Sprenger und Dominik Klein. Somit hat Brand noch fünf Plätze zu vergeben.

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