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Medwedew fordert Erinnerung an Stalin-Terror

Moskau (dpa) - Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat nach Kritik von Menschenrechtlern eingeräumt, dass die brutalen Verbrechen unter Sowjetdiktator Josef Stalin zu wenig beachtet werden: «Das Gedenken der nationalen Tragödien ist genauso heilig wie das Erinnern an die Siege». Diesen Artikel weiter lesen

Historiker und Menschenrechtler hatten zuletzt eine zunehmende Verherrlichung der Stalin-Zeit beklagt und den Kreml zu einer Verurteilung des damaligen Staatsterrors aufgefordert. Medwedew warnte am Freitag in seinem Videoblog vor Versuchen, die «Verbrechen Stalins» zu rechtfertigen. Der Mord an Millionen von Menschen sei durch nichts zu entschuldigen.

Viele Menschen seien besonders in den Jahren 1937 und 1938 ohne Gerichtsurteile oder Strafverfahren erschossen oder in Lager gesperrt worden, sagte Medwedew zum Tag des nationalen Gedenkens an die Opfer des Stalin-Terrors. «Vernichtet wurden ganze Schichten und Stände der Gesellschaft.» Zur Geschichte des Landes gehöre nicht nur der «heldenhafte Sieg» der Sowjetunion über Hitler-Deutschland im Zweiten Weltkrieg, sondern auch die Vernichtung des eigenen Volkes, sagte Medwedew. Russland erinnert traditionell am 30. Oktober der Opfer der Repressionen.

Der Kremlchef kritisierte, dass es heute in Russland an Wissen, Mitgefühl und Interesse fehle, wenn es um die Aufarbeitung dieser blutigen Geschichte gehe. 90 Prozent der Jugendlichen seien nicht in der Lage, Namen prominenter Stalin-Opfer zu nennen. So hatte etwa der Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenizyn («Archipel Gulag») wie kein anderer die Verbrechen Stalins beschrieben. Medwedew forderte, dass mehr gegen das Vergessen getan werden müsse. «Wir brauchen solche Museen und Gedenkstätten, die das Andenken für Generationen bewahren», sagte Medwedew.

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