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Letzter Arbeitstag für 2000 Quelle-Beschäftigte

Nürnberg/Fürth/Leipzig (dpa) - Mit einer der größten Massenentlassungen der jüngsten Zeit hat der Niedergang des Versandhauses Quelle am Freitag seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Mehr als 2000 Beschäftigte erlebten am Freitag nach dem Aus für das Traditionsunternehmen ihren letzten Arbeitstag. Diesen Artikel weiter lesen

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Viele schieden mit Groll und Enttäuschung aus dem Unternehmen, in dem manche jahrzehntelang beschäftigt gewesen seien, berichteten Betriebsräte. Einige hätten ihre Kündigungen am Donnerstag, manche sogar erst im Laufe des Freitags erhalten. Betroffene seien damit bis zum letzten Moment im Ungewissen gelassen worden.

Die übrigen 4300 Beschäftigten sollen nach dem Willen von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg die Abwicklung des Versandhauses organisieren. Der «größte Ausverkauf Deutschlands» soll an diesem Sonntag (1. November) um 6.00 Uhr früh beginnen. Die insgesamt 18 Millionen Waren sollen über das Internet sowie die Quelle Technik Center und die Quelle-Shops an den Mann gebracht werden, teilte der Insolvenzbeauftragte für den Versandhandel, Jörg Nerlich, am Freitag mit. Quelle gewährt für die angebotenen Artikel Rabatte zwischen 10 und 30 Prozent. Ratenzahlung sei nicht mehr möglich.

Betroffen von den jüngsten Kündigungen waren nach Angaben von Quelle-Betriebsrat Rainer Rohlederer unter anderem die Werbe- und Foto-Abteilung. «Wenn man keinen Quelle-Katalog hat, braucht man auch keine Werbeleute mehr», sagte der Arbeitnehmervertreter. Aber auch der Außendienst sei nahezu komplett aufgelöst, den dortigen Mitarbeiter kurzfristig gekündigt worden. Weiter beschäftigt bliebe das Personal in den Quelle Technik Centern. Die Quelle-Abwicklung war notwendig geworden, nachdem sich trotz monatelanger Suche für das insolvente Unternehmen kein Investor gefunden hatte.

Mit dem Start des Quelle-Ausverkaufs scheint auch das Schicksal des hochmodernen Quelle-Logistikzentrums in Leipzig besiegelt. «Wenn Quelle nicht mehr am Markt ist, hat auch Leipzig seinen Sinn verloren», sagte ein Sprecher des Verteilzentrums am Freitag der dpa. Das 1995 als «Leuchtturm für den Aufbau Ost» in Betrieb genommene Versandzentrum hatte zuletzt 800 Beschäftigte. Ob für den Ausverkauf alle von ihnen benötigt würden, sei noch unklar, sagte der Sprecher.

Unterdessen nahm die Deutsche Post den ausgesetzten Versand von Quelle-Produkten wieder auf. «Nachdem sichergestellt ist, dass wir für die Dienstleistung bezahlt werden, fahren wir den Service ab heute wieder hoch und erbringen wie gewohnt unsere Leistung», sagte Postchef Frank Appel am Freitag in Bonn. Der Versand sei vorübergehend eingestellt worden, um Schaden vom Unternehmen Post abzuwenden. Nun hat sich die Post offenbar mit dem Quelle-Insolvenzverwalter über eine ausstehende Zahlungsanweisung geeinigt.

Unterdessen warten viele gekündigte Quelle-Mitarbeiter noch immer darauf, dass ihnen Quelle eine Arbeits- und Lohnbescheinigung ausstellt, berichteten Beschäftigte am Freitag. Ohne diese beiden Nachweise könnten sie kein Arbeitslosengeld beantragen. Görgs Sprecher Thomas Schulz entschuldigte die Versäumnisse mit der Extrembelastung der Quelle-Personalabteilung. «Die Mitarbeiter haben in den letzten Wochen und Monaten am Limit gearbeitet», unterstrich er. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit sollen die Mitarbeiter ihre Arbeitsbescheinigungen bis zum 6. November erhalten.

Unterdessen wurde am Freitag das kurzfristig im Nürnberger Quelle-Versandzentrum eingerichtete «Mini-Arbeitsamt» wieder geschlossen. «Wir ziehen über das Wochenende in separate Räumlichkeiten in der Agentur um», sagte die Leiterin der Nürnberger Arbeitsagentur, Elsa Koller-Knedlik. Dort werde den Quelle-Beschäftigten noch am Montag und Dienstag ein Schnellservice für die Arbeitslosmeldungen zur Verfügung stehen.

Insgesamt hätten sich in dem «Mini-Arbeitsamt» im Laufe der Woche 2500 Menschen arbeitslos gemeldet. Einige Quelle-Mitarbeiter seien auch direkt in die Arbeitsagentur gekommen, so dass nun knapp 3600 Menschen versorgt seien. Für die Fortbildung arbeitsloser Quelle- Beschäftigter hat die Bundesagentur inzwischen fünf Millionen Euro in Aussicht gestellt.

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