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Schwerster Anschlag in Pakistan seit zwei Jahren

Islamabad (dpa) - Nur kurz nach der Ankunft von US- Außenministerin Hillary Clinton ist Pakistan am Mittwoch vom schwersten Terroranschlag seit zwei Jahren erschüttert worden. Mindestens 91 Menschen seien bei der Explosion einer Autobombe in der nordwestpakistanischen Stadt Peshawar getötet worden. Diesen Artikel weiter lesen

Das sagte der Chef des dortigen Zentralkrankenhauses, Abdul Hameed Afridi. Rund 200 Menschen seien bei dem Anschlag in einer belebten Geschäftsstraße verletzt worden, viele davon lebensgefährlich. Die meisten Opfer seien Kinder oder Frauen gewesen. Clinton war kurz zuvor in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen, die rund 150 Kilometer östlich von Peshawar liegt.

Nach Polizeiangaben hatten die Attentäter ein Auto mit 100 Kilogramm Sprengstoff präpariert. Ein Haus stürzte nach der Detonation ein, mehrere Läden fingen Feuer. Clinton nannte die Terrorangriffe «feige» und sicherte Pakistan Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zu. «Pakistan ist mitten in einem Kampf gegen hartnäckige und brutale Extremistengruppen, die unschuldige Leute umbringen und ganze Gemeinschaften terrorisieren», sagte Clinton. «Das ist auch unser Kampf», sagte sie zur Rolle der USA.

Auf ihrem Flug hatte Clinton die vor knapp zwei Wochen begonnene Offensive der pakistanischen Armee gegen die Taliban gelobt. «Wir bewundern, was das pakistanische Militär macht.» Der Kampf gegen die Extremisten sei auch im Interesse Pakistans. Die Streitkräfte hatten am 17. Oktober eine Offensive gegen die Taliban mit 30 000 Soldaten im Grenzgebiet zu Afghanistan begonnen. Clinton sagte bei einer Pressekonferenz mit ihrem pakistanischen Amtskollegen Shah Mehmood Qureshi: «Wir werden Ihnen die nötige Hilfe zukommen lassen, die Sie zum Erreichen Ihrer Ziele brauchen», sagte Clinton.

Qureshi kündigte an, die Aufständischen würden besiegt werden. «Wir werden nicht nachgeben, wir werden Euch bekämpfen», sagte er an die Adresse der Extremisten. «Ihr seid auf der Flucht, und wir wissen das.» Seit Beginn der Offensive sind im Stammesgebiet Süd-Waziristan nach Angaben der Armee etwa 240 Aufständische und 30 Soldaten getötet worden. Im Gegenzug haben die Taliban ihre Anschläge im Land verschärft, die allein im Oktober rund 300 Menschen das Leben kosteten. In Süd-Waziristan haben hunderte Taliban und El-Kaida-Terroristen Unterschlupf gefunden, die dort Trainingscamps unterhalten und Anschläge im Ausland vorbereiten.

Clinton wollte bei der dreitägigen Visite mit der politischen und der militärischen Führung Pakistans zusammentreffen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Islamabad. Sie wollte außerdem Stammesälteste aus der unruhigen Nordwest-Grenzregion und Wirtschaftsvertreter sprechen. Nach Angaben Clintons plant sie an diesem Donnerstag eine Reise in die ostpakistanische Stadt Lahore. Am Tag darauf will die Ministerin nach Islamabad zurückehren. Am Samstag wird Clinton in Israel erwartet. Pakistan ist ein wichtiger Verbündeter Washingtons im Kampf gegen den Terrorismus.

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