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Tränen und Jubel bei Premiere von Jackson-Film

Hamburg (dpa) - Der Film «This Is It» (Das war's) über Michael Jacksons Comeback-Proben hat bei seinem Kinostart weltweit tausende Menschen bewegt. Prominente und Fans feierten in Kinosälen auf der ganzen Welt. Viele weinten, nachdem sie das dokumentarische Vermächtnis des «King of Pop» gesehen hatten. Diesen Artikel weiter lesen

Der Film soll nur zwei Wochen in etwa 18 000 Kinos weltweit laufen. Danach ist ein DVD-Verkauf geplant. Die Konzertreihe «This Is It» hätte im Juli in London stattfinden sollen. Die im Film gezeigten Proben fanden zwischen April und Juni in Los Angeles statt. Dort starb Jackson auch vor vier Monaten.

Mit der fast zweistündigen Dokumentation wolle er den Fans «eine Geschichte erzählen», sagte Regisseur Kenny Ortega in Los Angeles. «Man sieht Michaels Vision, die er für "This Is It" hatte.»

In Berlin kamen in der Nacht zum Mittwoch mehrere hundert Fans in einem Multiplexkino am Potsdamer Platz zusammen. Manche waren wie ihr Idol kostümiert. Als um 2 Uhr schließlich der Film gezeigt wurde, applaudierten sie oder sangen mit - einige weinten. «Es ist großartig, dass Michael zumindest auf der Leinwand ein Comeback feiert. Aber natürlich bin ich auch traurig, dass es das letzte sein wird», sagte ein 20-Jähriger.

In ein Hamburger Cinemaxx-Kino kamen um 5 Uhr rund 90 Jackson-Fans. «Zuerst dabei sein, neue Bilder, Eindrücke und Ideen von Michaels Leben, darum bin ich hier», sagte der 34-Jährige Matthias Knaacke. Schon um 4.15 Uhr hatten erste Fans im Nieselregen vor dem Kino gewartet. Den ganzen Tag gab es eine Vorstellung nach der anderen.

An der Galavorführung im Nokia Center von Los Angeles nahmen neben Jacksons Brüdern Jermaine, Marlon, Tito und Jackie auch Stars wie Jennifer Lopez, Paula Abdul oder Will Smith teil. Hunderte Fans trugen zu Ehren des Stars einen Glitzerhandschuh. «So viele Menschen - Michael wäre stolz gewesen», sagte Bruder Jermaine dem Sender CNN.

Für Jacksons drei Kinder gab es nach Angaben des Internetdienstes «tmz.com» eine private Vorführung auf dem Sony-Gelände in Los Angeles. Jacksons Mutter Katherine hatte angekündigt, nicht an der offiziellen Veranstaltung teilzunehmen.

Hollywood-Legende Elizabeth Taylor (77), die eine enge Freundin Jacksons war, schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter nach einer Privatvorführung: «Es ist das brillanteste Stück Film, das ich je gesehen habe».

In London fand der Film ein geteiltes Echo: «Ich denke, es ist ein einfacher Weg, mit seinem Namen Geld zu machen», kritisierte der Fan Kasian Daley (17) am Leicester Square. Der englische Rapper Chipmunk nannte den Film «fantastisch». Er habe eine Ahnung davon bekommen, wie die Tour geworden wäre. Am Mittwoch eröffnete auch eine Ausstellung mit Jackson-Erinnerungsstücken in der Londoner O2-Arena, in der die Mega-Konzertreihe im Juli stattfinden sollte.

In Tokio gab es unter anderem im schicken Konsum-Tempel Roppongi Hills eine Vorführung, zu der unter lautem Jubel auch US-Soulsänger Lionel Richie erschien.

Im russischen St. Petersburg gab es einen Doppelgängerwettbewerb. In der Stadt Ufa am Ural zeichneten Anhänger Gebete und Wünsche für Jackson auf Video auf und schickten die Kassette mit mehreren hundert Luftballons in den Himmel.

Als erste hatten chinesische Fans den Film zu sehen bekommen - bereits am Dienstagabend mitteleuropäischer Zeit in Peking. «Es ist nicht einfach nur eine Dokumentation, sondern hier wurde in Hollywood-Manier ein Toter ins Leben zurückgeholt», schrieb im ostchinesischen Nanjing bereits die Abendzeitung «Yangzi Wanbao».

Der Film will die Botschaft vermitteln, dass Jackson mitten in einer kreativen Schaffensphase aus dem Leben gerissen wurde. Der Internetdienst «tmz.com» enthüllte unterdessen neue Details aus den ärztlichen Behandlungen des Popstars. Demnach erhob Jacksons langjähriger Hautarzt Arnold Klein - ein enger Freund des Sängers - gerade bei den Nachlassverwaltern für die letzten Lebensmonate nachträglich Anspruch auf fast 50 000 Dollar (34 000 Euro).

In den Unterlagen listet er demnach für die Monate März bis Juni insgesamt 179 Behandlungen auf - die letzte drei Tage vor dem Tod des Popstars. Es geht unter anderem um Botox-Injektionen an den Augen und in der Stirn. Kleins Anwalt Bradley Boyer erklärte, jede Behandlung sei vernünftig und medizinisch notwendig gewesen. Die Rechnung sei ein normaler Bestandteil des Nachlassverfahrens.

Michael Jackson war am 25. Juni durch ein Narkosemittel, das ihm sein Privatarzt Conrad Murray gegen Schlaflosigkeit gespritzt hatte, an Herzversagen gestorben. Seine Comeback-Konzerte waren für Juli geplant. Dem Kardiologen droht eine Anklage.

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