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Irna: Iran lässt zwei Deutsche und einen Kanadier frei

Der Iran hat der amtlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge am Freitag zwei Deutsche und einen Kanadier aus der Haft entlassen. Sie waren am Mittwoch während einer Demonstration gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad festgenommen worden, wie der Teheraner Generalstaatsanwalt mitteilte. Auch weitere am Mittwoch Festgenommene, die Hälfte davon Frauen, kamen frei, darunter am Samstag auch ein AFP-Reporter. Diesen Artikel weiter lesen

Über die Identität der Deutschen war zunächst nichts bekannt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag, die Botschaft vor Ort sei eingeschaltet und Kontakt mit den iranischen Behörden aufgenommen worden. "Wir bemühen uns um Aufklärung", sagte der Sprecher. Ob es sich bei den Deutschen um Männer oder Frauen handle und wie lange sie bereits im Iran waren, sei indes noch völlig unklar.

Unklar war auch, ob es sich bei dem freigelassenen Kanadier um einen der Journalisten handelte, deren Festnahme die Nachrichtenagentur Fars zuvor gemeldet hatte. Fars zufolge waren am Mittwoch insgesamt vier Journalisten - zwei Kanadier, ein Japaner und ein Iraner - festgenommen worden. Sie sollen am Mittwoch ohne amtliche Erlaubnis über die offizielle Demonstration zum 30. Jahrestag der Erstürmung der US-Botschaft in Teheran und über die gleichzeitigen Proteste der Ahmadinedschad-Gegner berichtet haben.

Insgesamt wurden nach Medienberichten 109 Menschen während der Demonstration festgenommen. 47 von ihnen seien gegen Kaution freigelassen worden, 62 würden weiter festgehalten und gegen sie werde ermittelt, zitierte die Nachrichtenagentur Mehr den Teheraner Polizeichef Asisollah Radschabsadeh. Für den Samstagabend wurde laut Irna jedoch die Freilassung von weiteren 30 der Festgenommenen erwartet.

Der iranische AFP-Journalist Farhad Pouladi war zuvor freigekommen. Ob auch ein ebenfalls festgenommener dänischer Journalistikstudent freikommen sollte, war zunächst unklar. Generalstaatsanwalt Abbas Dschaffari Dulatabadi hatte zuvor gesagt, beide Fälle würden geprüft. Eine Entscheidung werde fallen, sobald geklärt sei, ob sie über eine Arbeitserlaubnis verfügten. Die dänische Regierung teilte mit, sie versuche Kontakt zu dem 31-jährigen Niels Krogsgaard herzustellen, der laut dänischem Journalistenverband frei arbeitete.

Die Opposition im Iran lieferte sich am Mittwoch erstmals seit Wochen wieder Straßenschlachten mit der Polizei. Am Rande der offiziellen Demonstration zum 30. Jahrestag der Erstürmung der US-Botschaft in Teheran gingen tausende Oppositionelle auf die Straße, um gegen die Wiederwahl von Präsident Ahmadinedschad im Juni zu protestieren. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden mehrere Menschen verletzt.

Am 4. November 1979 hatten iranische Studenten die US-Botschaft in Teheran besetzt und die Mitarbeiter 444 Tage als Geiseln genommen - nur Monate nachdem Ayatollah Khomeini den mit Washington verbündeten Schah gestürzt hatte. Die USA unterhalten seither keine diplomatischen Beziehungen mehr zu Teheran.

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