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Ramsauer lehnt Bahn-Privatisierung vorerst ab

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will die Bahn-Privatisierung vorerst nicht vorantreiben. Netz und Infrastruktur sollten "dauerhaft in der Hand des Bundes bleiben", sagte Ramsauer der "Welt am Sonntag", ein möglicher Börsengang der Transport- und Logistiksparte müsse unter Berücksichtigung des Kapitalmarkts sorgfältig erwogen werden. Unterdessen zeichnet sich eine stärkere Konkurrenz für die Deutsche Bahn im Fernverkehr ab. Diesen Artikel weiter lesen

Die Bahn habe im Bewusstsein der Deutschen eine herausragende Bedeutung. Es gebe hier eine "patriotische Komponente", sagte Ramsauer der "WamS" weiter. Einen Verkauf "unter Wert" werde es jedenfalls nicht geben. Daher sei der genaue Zeitpunkt auch eines Teil-Börsengangs "wegen der Wirtschaftskrise völlig offen". Ramsauer kündigte weiter an, er wolle die Infrastruktur auf Straße und Schiene weiter ausbauen. Als ein Beispiel nannte er neben Autobahnprojekten die ICE-Trasse von Nürnberg nach Berlin.

Unterdessen beantragte der DB-Konkurrent Locomore Rail, auf zwei weiteren Fernverkehrslinien möglichst bereits Ende 2010 eigenen Zugverkehr anzubieten. Wie die "Wirtschaftswoche" in ihrer neuen Ausgabe berichtet, will das Berliner Unternehmen mit gebrauchten Reisezügen auf den Strecken Berlin-Frankfurt und Hamburg-Stuttgart unterwegs sein. Bereits von DB Netz genehmigt wurde ein Antrag des Unternehmens, ab August 2010 den Verkehr auf der Strecke Köln-Hamburg aufzunehmen.

Das Geschäftskonzept von Locomore Rail soll dem Bericht zufolge dem der Billigflieger ähneln. So wolle das Unternehmen im Zwei-Stunden-Takt Züge mit nur einer Klasse zu günstigen Preisen anbieten. Dabei solle Angaben des Unternehmens zufolge ein Mittelweg zwischen einer hohen Zugbindung der Fahrgäste und der Möglichkeit zu Spontanreisen gefunden werden.

Zuvor hatte bereits auch die französische Staatsbahn SNCF eigene Fernverkehrsangebote in Deutschland auf zwei Strecken zwischen Straßburg und Hamburg angekündigt. Kritik an der zunehmenden Konkurrenz auch im Fernverkehr übte im Berliner "Tagesspiegel" die Gewerkschaft Transnet.

Bahn-Chef Rüdiger Grube forderte Frankreich auf, sich auch seinerseits stärker für den Wettbewerb auf der Schiene zu öffnen. Zugleich kündigte Grube eine stärkere Kooperation mit der SNCF auf grenzüberschreitenden Strecken bis hin nach Marseille an. Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der Deutschen Bahn äußerte sich Grube optimistisch.

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