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Ramsauer kündigt Infrastrukurausbau im Westen an

Bundesverkehrs- und Bauminister Peter Ramsauer (CSU) will den Ausbau der Infrastruktur im Westen Deutschlands vorantreiben. Hier gebe es nach 20 Jahren Aufbau Ost erheblichen Nachholbedarf, sagte er der "Welt am Sonntag". Die Konzentration auf Ostdeutschland sei aus Solidarität lange richtig gewesen. Jetzt aber gebe es im Westen "erheblichen Nachholbedarf" bei Straße und Schiene. Diesen Artikel weiter lesen

Als Hauptprojekte nannte Ramsauer den Ausbau des Kölner Autobahnrings und die schrittweise Erweiterung der Autobahn A 1 auf sechs Spuren. Investitionen seien auch für die ICE-Trasse von Nürnberg nach Berlin erforderlich.

Die Privatisierung der Bahn will Ramsauer hingegen zunächst nicht vorantreiben. Er stehe dafür, "dass Netz und Infrastruktur dauerhaft in der Hand des Bundes bleiben", sagte er der Zeitung. Der Börsengang von Transport- und Logistiksparte müsse unter Berücksichtigung des Kapitalmarkts sorgfältig erwogen werden. Der genaue Zeitpunkt sei "wegen der Wirtschaftskrise völlig offen". Einen Teilverkauf "unter Wert" werde es nicht geben. Die Bahn habe im Bewusstsein der Deutschen eine herausragende Bedeutung. Es gebe hier eine "patriotische Komponente".

Unterdessen zeichnet sich eine stärkere Konkurrenz für die Deutsche Bahn im Fernverkehr ab. Der DB-Konkurrent Locomore Rail beantragte, auf zwei weiteren Fernverkehrslinien möglichst bereits Ende 2010 eigenen Zugverkehr anzubieten. Wie die "Wirtschaftswoche" in ihrer neuen Ausgabe berichtet, will das Berliner Unternehmen mit gebrauchten Reisezügen auf den Strecken Berlin-Frankfurt und Hamburg-Stuttgart unterwegs sein. Bereits von DB Netz genehmigt wurde ein Antrag des Unternehmens, ab August 2010 den Verkehr auf der Strecke Köln-Hamburg aufzunehmen.

Das Geschäftskonzept von Locomore Rail soll dem Bericht zufolge dem der Billigflieger ähneln. So wolle das Unternehmen im Zwei-Stunden-Takt Züge mit nur einer Klasse zu günstigen Preisen anbieten. Dabei solle Angaben des Unternehmens zufolge ein Mittelweg zwischen einer hohen Zugbindung der Fahrgäste und der Möglichkeit zu Spontanreisen gefunden werden.

Zuvor hatte bereits auch die französische Staatsbahn SNCF eigene Fernverkehrsangebote in Deutschland auf zwei Strecken zwischen Straßburg und Hamburg angekündigt. Kritik an der zunehmenden Konkurrenz auch im Fernverkehr übte im Berliner "Tagesspiegel" die Gewerkschaft Transnet.

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