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Hinterbliebene von Kaprun-Opfern wollen EU-Gerichtshof einschalten

Neun Jahre nach der Brandkatastrophe in einer Seilbahn im österreichischen Kaprun mit 155 Toten wollen die Hinterbliebenen der Opfer vor den Europäischen Gerichtshof in Straßburg ziehen. Grund sei die Einstellung eines Verfahrens gegen vier Gutachter des Kaprun-Prozesses durch die Justiz in Österreich, sagte der Anwalt Gerhard Podosovnik, der 80 Hinterbliebene vertritt, dem Magazin "Der Spiegel". "Ich verkrafte es als Jurist nicht, dass ein Rechtssystem so missbraucht wird wie in diesem Fall bei uns in Österreich", sagte er in dem am Samstag vorab veröffentlichten Interview. Diesen Artikel weiter lesen

Bei der schlimmsten Brandkatastrophe der österreichischen Nachkriegsgeschichte waren im November 2000 insgesamt 155 Menschen getötet worden, unter ihnen auch 37 Deutsche. Im Zusammenhang mit der Tragödie waren 16 Mitarbeiter der Seilbahn und Verantwortliche von Baufirmen und Behörden angeklagt, im Jahr 2004 aber freigesprochen worden. 2005 hatte ein Linzer Gericht den Freispruch bestätigt. Im Oktober 2008 rollte die österreichische Justiz den Fall auf Grundlagen neuer Gutachten neu auf. Am Montag stellte die Staatsanwaltschaft Linz das Verfahren gegen die vier Hauptgutachter schließlich ein.

+++ Der Bericht wurde AFP vorab übermittelt. +++

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