Die NATO hat bei einem Luftangriff im Westen Afghanistans offenbar aus Versehen sieben afghanische Soldaten und Polizisten getötet. "Auch die internationalen Truppen haben Verluste erlitten", erklärte das Verteidigungsministerium in Kabul, dessen Angaben von der ISAF aber nicht bestätigt wurden. US-Sicherheitsberater James Jones ruderte derweil bei der umstrittenen Aufstockung der US-Truppen zurück. Diesen Artikel weiter lesen
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"Sieben Mitglieder der afghanischen Sicherheitskräfte wurden bei einem NATO-Luftangriff in der Provinz Badghis getötet und mehrere weitere verletzt", erklärte das Verteidigungsministerium. Es sei eine gemeinsame Untersuchungskommission eingesetzt worden.
Nach Angaben des Vize-Polizeichefs der Provinz Badghis, Abdul Dschabar Saleh, waren afghanische und NATO-Soldaten am Freitag auf der Suche nach zwei vermissten US-Fallschirmjägern. Dabei sei es zu Zusammenstößen mit den radikalislamischen Taliban gekommen, die NATO habe Luftunterstützung angefordert. "Es gab einen Luftangriff, der versehentlich die afghanischen und ISAF-Soldaten traf." Saleh sprach von sieben verletzten oder getöteten NATO-Soldaten.
Diese Darstellungen wurden von der ISAF dementiert. "Wir können den Beschuss eigener Leute durch nichts bestätigen", sagte ISAF-Sprecher Todd Vician. Es gebe dafür keinen einzigen Beweis. Vician zufolge wurden in Badghis fünf US-Soldaten verletzt. "Kein ISAF-Soldat wurde getötet." Allerdings hatte es zuvor aus westlichen Militärkreisen geheißen, dass es sich womöglich um "friendly fire" handelte.
Unklar blieb zunächst das Schicksal der beiden vermissten US-Soldaten. Laut Saleh ertranken sie, als sie in einen Fluss gefallene Nachschub-Pakete bergen wollten. Ihre Leichen seien aber nicht geborgen worden. Auch dies wurde von der ISAF nicht bestätigt.
Zur umstrittenen Aufstockung der US-Truppen in Afghanistan sagte unterdessen der Sicherheitsberater des Weißen Hauses, James Jones, dem "Spiegel": "Generäle fordern immer zusätzliche Truppen." Er sei überzeugt, "dass wir die Probleme vor Ort nicht allein durch den Einsatz von Militär lösen". Es gebe keine Obergrenze, die das Problem lösen würde. "Wir könnten 200.000 Soldaten dort im Einsatz haben, und das Land wird sie aufsaugen, wie es das in der Vergangenheit schon getan hat."
Jones forderte mehr Eigenverantwortung der afghanischen Seite und mahnte, die Regierung in Kabul müsse "ihre Aufgaben besser erledigen als in der Vergangenheit".




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