Afghanistan hat empört Vorwürfe des Westens gegen Präsident Hamid Karsai zurückgewiesen, wonach dieser nicht genug gegen die Korruption im Land unternimmt. Solche Aussagen "widersprechen den anerkannten internationalen Normen", erklärte das Außenministerium in Kabul. Zudem werde mit den Vorwürfen die afghanische Souveränität verletzt. In den vergangenen Tagen hatten unter anderem Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) , US-Präsident Barack Obama, der britische Regierungschef Gordon Brown und UN-Missions-Chef Kai Eide von Karsai verlangt, härter gegen Korruption und Vetternwirtschaft vorzugehen. Diesen Artikel weiter lesen
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Guttenberg (CSU) forderte von Afghanistans Karsai klare Schritte zur Bekämpfung des Drogenhandels und der Kriminalität in seinem Land. Die "fraglos vorhandenen" Probleme in Afghanistan dürften nicht verschwiegen werden, sagte Guttenberg der "Süddeutschen Zeitung". Es habe lange dauert, bis sich die internationale Gemeinschaft von dem "hehren Traum" einer sofortigen Demokratisierung Afghanistans nach westlichen Maßstäben verabschiedet habe. Derzeit befinde sich das Land in einer "Phase des Übergangs", sagte der Minister. Eine "Übergabe in Gesamtverantwortung" an die Afghanen werde das Ende des Militäreinsatzes in dem Land bedeuten.
Für diesen Übergang müssten nun klare Ziele und Bewertungsmaßstäbe gesetzt werden, sagte Guttenberg. Diese sollen nach Einschätzung des Ministers von der geplanten internationalen Afghanistan-Konferenz festgelegt werden, die so bald wie möglich einberufen werden solle.
Laut Transparency International gehört Afghanistan zu den fünf korruptesten Ländern der Erde. Karsai selbst hatte am Dienstag für seine zweite Amtszeit eine bessere Regierungsführung versprochen und das Problem eingestanden: "Afghanistan ist von der Korruption beschmutzt worden. Unsere Regierung ist von der Korruption beschmutzt worden", sagte der Präsident bei seinem ersten Auftritt nach seiner umstrittenen Ausrufung zum Wahlsieger.




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