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Länder erhalten weniger Impfstoff gegen H1N1 als erwartet

Die Bundesländer haben seit dem Start der Schweinegrippe-Impfungen bisher weniger Impfstoff erhalten als erwartet. Von den in den vergangenen drei Wochen in Aussicht gestellten drei Millionen Impfdosen sei nur etwa die Hälfte an die Länder geliefert worden, sagte Heinz Fracke vom Thüringer Gesundheitsministerium, das derzeit den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz hat, in Erfurt. Allerdings sei die lieferbare Menge des Impfstoffes von Anfang an den Produktionsverlauf gekoppelt worden. Die noch fehlenden Impfdosen sollen in den kommenden Wochen ausgeglichen werden. Diesen Artikel weiter lesen

Eine Sprecherin des Herstellers GlaxoSmithKline in München bestätigte, dass derzeit weniger Dosen des Impfstoffes Pandemrix ausgeliefert werden, als dies ursprünglich - allerdings "unter Vorbehalt" - geplant gewesen sei. "Wir müssen derzeit noch mit den Folgen der anfänglich geringen Ausbeute leben", sagte Unternehmenssprecherin Anke Helten. Ein Grund für die anfänglich geringeren Liefermengen sei die "zeitaufwändige und komplexe Einstellung der Produktionsprozesse". So sei die Virusanzucht für die notwendige Antigen-Produktion zunächst schlechter gelaufen als erwartet.

Durch die Umstellung des Produktionsprozesses sei die Ausbeute bei der Impfstoffherstellung aber verbessert worden. Dies werde sich ab Ende November auch in den Liefermengen deutlich bemerkbar machen. "Langfristig wird es keine Knappheit an Impfstoff geben", versprach Helter. Bis Januar oder Februar sollten alle 50 Millionen bestellten Impfstoffdosen an die Länder ausgeliefert werden.

In einigen Ländern, wo neben der Impfung des Schlüsselpersonals etwa im Gesundheitswesen, bei Polizei und Feuerwehr bereits die Impfungen der Allgemeinbevölkerung in den Arztpraxen laufen, wurde zum Teil von Problemen bei der Impfstoffversorgung berichtet. Angesichts der Liefersituation könne es "zu regionalen Impfengpässen und Rationierungen kommen", bestätigte das Gesundheitsministerium Sachsen-Anhalts in Magdeburg. Bei Impfungen hätten daher vor allem Menschen mit chronischen und anderen schweren Vorerkrankungen Vorrang.

Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) beklagten unterdessen, die Bevölkerung sei immer noch zu wenig darüber aufgeklärt, dass vom Schweinegrippe-Virus ein bedeutendes Gefahrenpotenzial ausgehe. "Der Erreger der Neuen Influenza ist hoch infektiös - teilweise muss davon ausgegangen werden, dass er sogar doppelt so ansteckend ist wie der Erreger der saisonalen Grippe", erklärte Tom Schaberg, Chefarzt des Zentrums für Pneumologie des Diakoniekrankenhauses Rotenburg.

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