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Fehlbohrung löst Wasserfontäne in Wiesbaden aus

Eine fehlgeschlagene Erdwärmebohrung hat das Gelände des hessischen Finanzministeriums in Wiesbaden und dessen Umgebung unter Wasser gesetzt: Mit zeitweise 6000 Litern pro Minute schoss aus einer versehentlich angebohrten, 130 Meter tief gelegenen Wasserblase eine Wasserfontäne in die Luft. Auch nach stundenlangen Versuchen konnte der Fluss nicht vollkommen gestoppt werden, Spezialfirmen gossen Beton in den Boden. Diesen Artikel weiter lesen

Zu dem Unfall war es bei Probebohrungen für eine Erdwärmeheizung für einen an das Finanzministerium geplanten Anbau gekommen. Die Arbeiter hatten dabei versehentlich in 130 Metern Tiefe die unterirdische Quelle angebohrt, die unter großem Druck stand, so dass das Wasser einem Geysir ähnlich meterhoch an der Oberfläche in die Luft schoss. Da Wiesbaden für seine Quellen bekannt ist, gilt dort für diese Bohrungen höchste Vorsicht - in diesem Fall hatten nach Angaben eines Sprechers des Finanzministeriums aber Gutachter die Unbedenklichkeit erklärt.

Feuerwehr-Einsatzleiter Wolfgang Simon sagte dem Hessischen Rundfunk: "Es war eine Unwägbarkeit, die jeden überrascht hat." Die in der Nacht angerückten Kräfte der Feuerwehr stellte die späte Uhrzeit zudem vor logistische Probleme. Für das Befüllen des Bohrlochs mit Beton fand sich laut Simon im ganzen Rhein-Main-Gebiet zunächst keine Firma, die nachts Personal oder Beton bereit stellen konnte.

Spezialisten gelang es schließlich, das Hauptbohrloch mit Beton zu schließen. Allerdings suchte sich das Wasser im Erdreich andere Wege, weshalb auch am Nachmittag noch immer 30 bis 40 Liter pro Minute aus dem Boden an die Oberfläche drangen. Das hessische Finanzministerium beauftragte nach Angaben eines Ministeriumssprechers deshalb eine Spezialfirma, die ein zweites Rohr durch das Bohrloch in den Boden treiben sollte. Dieses Rohr sollte länger sein als das ursprüngliche und so ermöglichen, von ganz unten den betroffenen Bereich zu versiegeln.

Parallel zu der Versiegelung bauten die Einsatzkräfte an der Oberfläche verschiedene Kanäle, um zu verhindern, dass das mit Betonschlamm versetzte Wasser ungehindert in die Kanalisation eindringen und dort Schäden anrichten kann.

Trotz der immensen Wassermassen entstand nach den ersten Erkenntnissen kein Schaden am Gebäude des Finanzministeriums. Ob allerdings womöglich das Areal für den geplanten Anbau beschädigt ist, ist vorerst nicht absehbar.

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