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Amoklauf eines Militärpsychiaters erschüttert die USA

Nach dem Amoklauf eines muslimischem Militärpsychiaters auf einem Armeestützpunkt in den USA hat die Suche nach dem Motiv begonnen. Der 39-jährige Amokläufer Nidal Malik Hasan schoss am Donnerstag auf dem Stützpunkt Fort Hood um sich, tötete 13 Menschen und verwundete 28 weitere. Bei einer weiteren Schießerei in Orlando im Bundesstaat Florida wurde ein Mensch getötet, der mutmaßliche Schütze wurde festgenommen. Diesen Artikel weiter lesen

Der Militärpsychiater ist nach Armeeangaben nicht vernehmungsfähig, befindet sich jedoch in einem "stabilen Zustand". Er war bei seiner Tat selbst angeschossen worden und lag im Krankenhaus. Ein religiöses Motiv ist nicht auszuschließen. Der Kommandeur des Lagers Ford Hood, General Robert Cone, sagte, Zeugen zufolge habe Hasan bei der Bluttat "Allahu akbar" (arabisch für: "Gott ist größer") gerufen. Es sei aber noch zu früh, um das Motiv beurteilen zu können.

Nach Cones Angaben eröffnete Hasan in einem Gebäude das Feuer, in dem Soldaten vor ihrer Entsendung ins Ausland medizinisch untersucht werden. Nur knapp konnten Soldaten verhindern, dass der 39-Jährige in eine Graduiertenfeier mit rund 600 Teilnehmern stürmte.

"Er muss durchgedreht sein", sagte Hasans Tante Noel der "Washington Post". Die posttraumatischen Erkrankungen seiner Patienten, die er während seiner achtjährigen Tätigkeit in einem Militärkrankenhaus in Washington behandelt habe, hätten den Psychiater sehr mitgenommen. Noch in diesem Monat sollte er in den Irak geschickt werden. "Er schämte sich dafür, entsendet zu werden", sagte sein Cousin Nadal der "New York Times". Zudem fühlte sich der Muslim demnach seit den Anschlägen vom 11. September 2001 von Kollegen diskriminiert. Hasan habe mehrfach versucht, den Militärdienst zu quittieren.

Hasan wurde in den USA geboren und wuchs im Bundesstaat Virginia auf. Seine palästinensischen Eltern stammen aus einer Kleinstadt bei Jerusalem. Ein Sprecher der Moschee nahe Washington, in die Hasan regelmäßig ging, beschrieb ihn als einen "eifrig praktizierenden, sozialen und freundlichen" Mann.

Der blutigste derartige Amoklauf, der sich je auf einem US-Stützpunkt ereignete, löste im ganzen Land Entsetzen aus. US-Präsident Barack Obama sprach von einem "schrecklichen Gewaltausbruch" und drückte den Angehörigen sein Beileid aus.

Bei einer Schießerei in dem Bürogebäude "Legions Place" in Orlando wurden laut Polizei ein Mensch getötet und fünf weitere verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde kurz darauf im Haus seiner Mutter festgenommen. Er arbeitete nach Berichten von Lokalmedien ebenfalls in dem Gebäude. Im Fernsehen übertragene Bilder zeigten, wie er bei seiner Festnahme rief: "Sie haben mich verrotten lassen." Der Mann hatte ebenfalls in dem 16-stöckigen Hochhaus gearbeitet und war 2007 entlassen worden.

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