Der Amoklauf eines muslimischem Militärpsychiaters mit 13 Toten und 31 Verletzten erschüttert die USA: Auf dem texanischen Armee-Stützpunkt Fort Hood richtete der 39-jährige Amokläufer Nidal Malik Hasan ein Blutbad an, bevor er selbst angeschossen wurde. Hasan litt unter seiner bevorstehenden Entsendung in den Irak und fühlte sich von Kollegen gemobbt, wie Vertraute sagten. Diesen Artikel weiter lesen
Nach Angaben des Kommandeurs Bob Cone eröffnete Hasan am Donnerstagmittag in einem Gebäude das Feuer, in dem zahlreiche Soldaten vor ihrer Entsendung ins Ausland eine letzte medizinische Untersuchung durchliefen. Hasan richtete dabei ersten Ermittlungen zufolge eine Pistole und eine halbautomatische Waffe gegen seine Kameraden. Er tötete mit den Waffen, die beide nicht aus Armeebeständen stammten, 13 Menschen und verletzte 31 weitere.
Nur knapp konnten Soldaten verhindern, dass der 39-Jährige in eine Graduiertenfeier mit rund 600 Teilnehmern stürmte: Sie schlossen die Türen zum Saal und versuchten, den Todesschützen mit Schüssen aufzuhalten. "So schrecklich es war, es hätte noch schlimmer kommen können", sagte Kommandeur Cone. Hasan sei durch mehrere Treffer verletzt worden, aber in einem "stabilen Zustand".
Bisher gebe es noch keine Anhaltspunkte zu den Hintergründen der Tat, sagte Oberst John Rossi. "Wir wissen von keinem Problem, das er während seines Aufenthalts hier gehabt haben könnte."
"Er muss durchgedreht sein", sagte Hasans Tante Noel der "Washington Post". Die posttraumatischen Erkrankungen seiner Patienten hätten den Psychiater sehr mitgenommen. Noch in diesem Monat sollte er in den Irak-Krieg geschickt werden. "Er schämte sich dafür, entsendet zu werden", sagte sein Cousin Nadal der "New York Times".
Zudem wurde der Muslim nach Angaben seiner Familie seit den Anschlägen vom 11. September 2001 von Kollegen gemobbt. Hasan habe mehrfach versucht, den Militärdienst zu quittieren. Hasan wurde in den USA geboren und wuchs im Bundesstaat Virginia auf. Seine palästinensischen Eltern stammen aus einer Kleinstadt bei Jerusalem.
Der blutigste derartige Amoklauf, der sich je auf einem US-Stützpunkt ereignete, löste im ganzen Land Entsetzen aus. US-Präsident Barack Obama sprach von einem "schrecklichen Gewaltausbruch" und drückte den Angehörigen sein Beileid aus. Der US-Kongress legte eine Schweigeminute ein. Die islamische Vereinigung CAIR verurteilte die Bluttat. Sie zeigte sich zugleich in Sorge vor möglichen Vergeltungsaktionen gegen Muslime in den USA.




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