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Amoklauf eines Militärpsychiaters erschüttert die USA

Nach dem Amoklauf eines muslimischem Militärpsychiaters auf einem Armeestützpunkt in den USA hat die Suche nach dem Motiv begonnen. Am Donnerstag schoss der 39-jährige Amokläufer Nidal Malik Hasan auf dem Stützpunkt Fort Hood um sich, tötete 13 Menschen und verwundete mehr als 30 weitere. Vertraute berichteten, Hasan habe sich diskriminiert gefühlt und unter seiner bevorstehenden Entsendung in den Irak gelitten. Diesen Artikel weiter lesen

Der Täter ist nach Armeeangaben bislang nicht vernehmungsfähig. Er war bei seiner Tat selbst angeschossen worden und lag in einem Krankenhaus. Ein religiöses Motiv ist nicht auszuschließen. Der Kommandeur des Lagers Ford Hood, General Robert Cone, sagte, Zeugen zufolge habe Hassan bei der Bluttat "Allahu akbar" (arabisch für: "Gott ist größer") gerufen.

Nach Cones Angaben eröffnete Hasan in einem Gebäude das Feuer, in dem Soldaten vor ihrer Entsendung ins Ausland medizinisch untersucht werden. Hasan richtete dabei eine Pistole und eine halbautomatische Waffe gegen seine Kameraden. Nur knapp konnten Soldaten verhindern, dass der 39-Jährige in eine Graduiertenfeier mit rund 600 Teilnehmern stürmte. "So schrecklich es war, es hätte noch schlimmer kommen können", sagte Kommandeur Cone.

"Er muss durchgedreht sein", sagte Hasans Tante Noel der "Washington Post". Die posttraumatischen Erkrankungen seiner Patienten, die er während seiner acht Jahre langen Tätigkeit in einem Militärkrankenhaus in Washington behandelt habe, hätten den Psychiater sehr mitgenommen. Noch in diesem Monat sollte er in den Irak-Krieg geschickt werden. "Er schämte sich dafür, entsendet zu werden", sagte sein Cousin Nadal der "New York Times". Zudem wurde der Muslim nach Angaben seiner Familie seit den Anschlägen vom 11. September 2001 von Kollegen gemobbt. Hasan habe mehrfach versucht, den Militärdienst zu quittieren.

Pentagonsprecher Geoff Morrell sagte, es entspreche der "tiefen Überzeugung der Armee, dass jeder mit Respekt behandelt werden müsse". Hasan wurde in den USA geboren und wuchs im Bundesstaat Virginia auf. Seine palästinensischen Eltern stammen aus einer Kleinstadt bei Jerusalem. Der US-Sender CNN zeigte kurz vor der Tat aufgenommene Bilder einer Überwachungskamera in Fort Hood, auf denen Hasan in einem knöchellangen, weißen Gewand, der vor allem im arabischen Raum traditionellen Dischdascha, zu sehen ist.

Der blutigste derartige Amoklauf, der sich je auf einem US-Stützpunkt ereignete, löste im ganzen Land Entsetzen aus. US-Präsident Barack Obama sprach von einem "schrecklichen Gewaltausbruch" und drückte den Angehörigen sein Beileid aus. Es sei schwierig genug, dass US-Soldaten bei Kämpfen im Ausland ums Leben kämen. "Es ist schrecklich, dass sie hier auf einem Stützpunkt auf amerikanischem Boden unter Beschuss kommen."

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