Suche

Hoffnung auf globales Klima-Abkommen in Kopenhagen schwindet

Vier Wochen vor dem wichtigen UN-Klimagipfel in Kopenhagen schwinden die Hoffnungen auf ein neues globales Klima-Abkommen zusehends. Das in Barcelona zu Ende gegangene Vorbereitungstreffen des Gipfels brachte nur vage Ergebnisse, Uneinigkeit besteht weiterhin über verbindliche Reduktionsziele und die Lastenteilung zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. UN-Klimasekretär Yvo de Boer gab sich dennoch kämpferisch. Diesen Artikel weiter lesen

"Kopenhagen kann und muss der Wendepunkt im internationalen Kampf gegen den Klimawandel sein - nichts hat meine Zuversicht darüber geändert", sagte de Boer in Barcelona. Wichtig sei, in Kopenhagen zu einer "starken Kombination aus Verbindlichkeit und Kompromissen" zu gelangen. Laut de Boer wurden in Barcelona unter anderem Fortschritte bei der technologischen Zusammenarbeit und Finanzierungsmechanismen für Entwicklungsländer erzielt.

Offen und strittig sind jedoch die beiden wichtigsten Punkte: Mittelfristige Reduktionsziele seitens der Industrieländer und die Frage, wie Anstrengungen der Entwicklungsländer, ihre Emissionen zu verringern und sich an den Klimawandel anzupassen, finanziert werden sollen. "Ohne diese beiden Teile des Puzzles werden wir in Kopenhagen zu keiner Vereinbarung gelangen", sagte de Boer.

De Boer appellierte vor allem an die USA, in Kopenhagen verbindliche Aussagen zur Begrenzung ihrer Emissionen zu treffen. US-Chefunterhändler Jonathan Pershing schloss dies nicht aus, sagte aber, etwaige Ziele seien "noch nicht entschieden". Die EU ihrerseits will sich in Kopenhagen dem Ziel verpflichten, ein Ansteigen der Durchschnittstemperatur auf maximal zwei Grad gegenüber Werten vor der Industrialisierung zu begrenzen. Konkretere Zahlen legte sie jedoch bisher nicht vor.

In Kopenhagen soll ein Nachfolgevertrag für das im Jahr 2012 auslaufende Kyoto-Protokoll gefunden werden. Jüngst war jedoch immer wieder Skepsis laut geworden, ob dies gelingen könne. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte in Brüssel gesagt, sie rechne nicht mehr mit der Verabschiedung eines Nachfolgevertrags sondern vielmehr mit einem "politischen Rahmen". Auch Beobachter in Barcelona sagten, die Beschlüsse von Kopenhagen könnten die Form einer "politischen Erklärung" annehmen.

Harsche Kritik kam von Umwelt- und Klimaschützern. Greenpeace-Aktivisten prangerten mit riesigen Transparenten an der Statue von Christopher Kolumbus das mangelnde Engagement der USA für den Klimaschutz an. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisierte, dass sich bei den Verhandlungen in Barcelona "nur wenig bewegt" habe.

Copyright ©2009 Yahoo!, Alle Rechte vorbehalten.

Hinweis: Auf dieser Seite sammeln wir persönliche Informationen. Für weitere Details lesen Sie bitte unsere Hinweise zum Datenschutz: Datenschutzrichtlinien