Der Verkauf von Escada nach Indien ist in dem deutschen Luxus-Modehaus mit Erleichterung aufgenommen worden. Mit der ehemaligen Investment-Bankerin Megha Mittal habe Escada seinen "Wunschpartner" gefunden, erklärte Unternehmenschef Bruno Sälzer nach Unterzeichnung des Übertragungsvertrags. Die 33-Jährige wurde von hunderten Escada-Angestellten in München mit Applaus und Freudentränen empfangen. Diesen Artikel weiter lesen
Mittal werde einen Sitz im Aufsichtsrat einnehmen, sagte die Sprecherin der neuen Escada-Eigentümerin, Nicola Davidson, in London. Sie werde vielleicht Ideen zur Vermarktung beitragen, sich aber ansonsten aus den Geschäften heraushalten. Sälzer sei nach Mittals Ansicht "der richtige Mann" zur Führung des Unternehmens.
Escada unterzeichnete am Donnerstag den Kauf- und Übertragungsvertrag mit einem Trust der Familie Mittal, der die Interessen Megha Mittals vertritt. Wie die Escada-Betriebsratsvorsitzende Ursula Dreyer sagte, erzählte Megha Mittal in einer "total emotionalen Ansprache" von ihrem frühen Interesse für Mode. Die Belegschaft habe begeistert auf die "natürlich und bodenständig" wirkende Inderin reagiert, sagte Dreyer der Nachrichtenagentur AFP. "Uns sind die Freudentränen runtergelaufen."
Über die Zukunft der 470 Mitarbeiter am Münchner Escada-Stammsitz konnte Dreyer noch keine Angaben machen. Sie rechnet damit, dass schon in der kommenden Woche Verhandlungen aufgenommen würden. Für den Betriebsrat sei Mittal eine "Traumpartnerin".
Megha Mittal hat in eine illustre Familie eingeheiratet: Ihr Mann ist der Sohn des Stahlmagnaten Lakshmi Mittal, eines der reichsten Männer der Welt. Megha arbeitete nach dem Studium ein Jahr lang als Investment-Bankerin bei Goldman Sachs in London, entschloss sich dann aber zu einem Architektur-Studium. Megha, die oft auch mit prächtigen indischen Roben auffällt, ist ein beliebtes Motiv indischer Society-Fotografen.
Einzelheiten zum Kaufpreis wurden nicht bekannt. In Presseberichten wurde dieser auf etwa 30 Millionen Euro geschätzt, die nötigen Investitionen könnten sich auf hundert Millionen Euro belaufen. Nach einer gescheiterten Sanierung hatte das Münchner Modehaus Mitte August Insolvenz anmelden müssen. Daraufhin hatte unter anderem auch ein Bieterkonsortium um den Sohn der Unternehmensgründer Margaretha und Wolfgang Ley ein Angebot vorgelegt.
Das 1976 gegründete Modehaus hatte in den 80er und 90er Jahren mit seinen auffälligen Roben Stars wie Demi Moore, Kim Basinger und Jerry Hall eingekleidet.




Berlin (dpa) - Nach Ansicht von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist die Finanzkrise mit ihren globalen Auswirkungen noch keinesfalls überstanden.
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