Der Rauschgifthandel im Internet boomt. Das World Wide Web sei inzwischen "ein bedeutender Marktplatz für psychoaktive Mittel", heißt es im Jahresbericht der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA). Vor allem Modedrogen werden demnach per Mausklick gehandelt. Diesen Artikel weiter lesen
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Das Internet ermögliche den Händlern, "einem breiten Publikum Alternativen zu kontrollierten Drogen anzubieten", heißt es in dem Bericht. Neu sei auch "die aggressive Vermarktung von bewusst falsch ausgezeichneten Produkten", sagte der Vorsitzende der Drogen-Beobachtungsstelle, Wolfgang Götz.
Von insgesamt 115 Online-Verkaufsstellen, welche die Drogen-Beobachtungsstelle in diesem Jahr unter die Lupe nahm, befanden sich rund 15 Prozent in Deutschland. Mehr Händler gibt es in der EU nur in Großbritannien, auf das 37 Prozent der illegalen Rauschgift-Onlineshops entfielen.
Sorgen bereitet den Drogenwächtern der zunehmende Internet-Handel mit Modedrogen. Nachdem Deutschland und andere EU-Länder die Kräutermischung "Spice" zu Jahresbeginn verboten hatten, wurden nach Angaben der EU-Behörde mit Sitz in Lissabon mindestens 27 Ersatzstoffe im Netz angeboten.
Aus Cannabis hergestellte Drogen wie Haschisch und Marihuana sind dagegen dem Bericht zufolge in der EU auf dem Rückzug. Vor allem bei jungen Westeuropäern sei der Konsum rückläufig, schreiben die Autoren. Dennoch schätzt die EU-Behörde, dass rund 2,5 Prozent aller jungen Europäer für Cannabis anfällig sind.
Alarmierend ist aus Sicht der Drogenwächter der zunehmende Konsum von Kokain und Opiaten wie Heroin. Nach den Zahlen von 2007 haben sich 13 Millionen Europäer im Alter von 15 bis 64 Jahren mindestens einmal in ihrem Leben mit Kokain berauscht. Bei Opiaten zählt die Drogen-Beobachtungsstelle 1,4 Millionen "problematische" Nutzer in der EU und Norwegen, von denen die meisten heroinabhängig sind.
Die EU-Kommission rief die Mitgliedstaaten zu einer verstärkten Zusammenarbeit gegen Rauschgift auf. "Der Kampf gegen Drogen darf nicht an den Grenzen haltmachen", sagte ein Sprecher von Justizkommissar Jacques Barrot in Brüssel. Das zeige gerade die zunehmende Nutzung des Internets für den Vertrieb.




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