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Opel-Mitarbeiter demonstrieren gegen Kehrtwende von GM

Nach dem Rückzieher des US-Autokonzerns General Motors (GM) beim Verkauf von Opel demonstrieren die Beschäftigten des deutschen Autobauers gegen die Entscheidung. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) sagte den Demonstranten, der Staat werde weiter um Opel kämpfen. Am Standort Rüsselsheim werden von der IG Metall bis zu 10.000 Teilnehmer erwartet, auch in Bochum, Eisenach und Kaiserslautern wollen tausende Beschäftigte auf die Straße gehen. Diesen Artikel weiter lesen

Der GM-Verwaltungsrat hatte am Dienstagabend nach monatelangem Verhandlungspoker überraschend entschieden, Opel doch nicht an den Autozulieferer Magna zu verkaufen. GM-Vize-Chef Smith sagte, bei Opel sollten etwa 10.000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen warnte nach der GM-Entscheidung die EU-Staaten mit Opel-Standorten vor einem Bieterwettbewerb. Die Entscheidung von GM für seine europäischen Standorte sei eine Chance, sagte Verheugen dem "Hamburger Abendblatt". Wenn aber nun "jeder für sich mit Detroit verhandelt, werden sich die Amerikaner die besten Angebote aussuchen können", mahnte er.

Verheugen räumte ein, dass die jetzige Situation ohne das Eingreifen der EU-Wettbewerbsbehörde nicht entstanden wäre. Doch sei dieses nicht von ungefähr gekommen. "Die meisten EU-Länder mit GM-Standorten haben der deutschen Festlegung auf Magna sehr skeptisch gegenübergestanden und ökonomischen Nationalismus beklagt", sagte der EU-Kommissar.

Der Autoexperte Stefan Bratzel warnte den Opel-Betriebsrat vor Warnstreiks. Die Protestaktionen seien zwar legitime Mittel des Arbeitskampfes, sagte Bratzel der "Welt". Doch müssten die Betriebsräte aufpassen, dass sie das "Tischtuch mit GM nicht vollständig zerschneiden."

Der als Vertreter der Bundesländer im Opel-Treuhandbeirat sitzende FDP-Politiker Dirk Pfeil begrüßte derweil den Verbleib des Autoherstellers bei der US-Muttergesellschaft GM. "Mich stimmt positiv, dass GM das Unternehmen weitaus besser kennt als Magna", sagte Pfeil im Bayerischen Rundfunk.

Koch sagte in Rüsselsheim: "Wir als Staat werden uns nicht mit verschränkten Armen daneben stellen."Er kündigte an, "gemeinsam mit der Bundesregierung" mit GM verhandeln zu wollen. "Wir bauen gute Autos in Deutschland, und wir wollen das auch in Zukunft tun."

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