Bei seinem Antrittsbesuch in Washington hat Bundesaußenminister (FDP) die zentrale Rolle des Verhältnisses zu den USA betont. Er betrachte die USA als "den stärksten und wichtigsten Partner außerhalb Europas", sagte Westerwelle. Große außenpolitische Fragen wie etwa Afghanistan könnten "nur in engster Abstimmung angegangen" werden, sagte der Außenminister nach Gesprächen im US-Kongress. Diesen Artikel weiter lesen
Zu den aktuellen Kernthemen der Zusammenarbeit zählte Westerwelle den Militäreinsatz in Afghanistan und die Abrüstung. Deutschland wolle die Abrüstungsinitiative von US-Präsident Barack Obama "nicht nur rhetorisch begleiten, sondern auch durch Taten". Er sehe derzeit ein "Fenster der Gelegenheit". Es werde sich in den nächsten anderthalb Jahren entscheiden, ob das kommende Jahrzehnt eines "der Abrüstung oder der Aufrüstung" werde. Obama strebt ein Nachfolgeabkommen des START-Abrüstungsvertrags mit Russland an und befürwortet langfristig eine vollkommene Ächtung von Atomwaffen.
Westerwelle betonte in Washington die Bereitschaft seiner Regierung, den Einsatz in Afghanistan in enger Abstimmung mit den USA zum Erfolg zu führen. "Wir werden, was den Afghanistan-Einsatz angeht, nur erfolgreich sein, wenn wir zu einer gemeinsamen Strategie kommen", sagte Westerwelle. Eine Forderung nach mehr deutschen Soldaten für den Einsatz habe er bei seinen Gesprächen im Kongress nicht vernommen, sagte er. Der Minister war zuvor mit den Senatoren John Kerry und Richard Lugar aus dem Außenausschuss des US-Senats zusammengekommen.
Das Verhältnis zwischen Deutschland und den USA charakterisierte der FDP-Politiker als "ganz tiefe Freundschaft". Es sei eine Frage des Respekts und ein Signal für die künftige Zusammenarbeit, dass er Amtskollegin Hillary Clinton zuerst in Washington und nicht erst zu den Feierlichkeiten des Mauerfalls vor 20 Jahren am 9. November in Berlin treffe, sagte Westerwelle. Clinton wird am Montag in Berlin erwartet.




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