Das Verteidigungsministerium in Berlin hat die Kritik des französischen Außenministers Bernard Kouchner am Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr zurückgewiesen. "Es geht in Afghanistan um mehr, als ums Kämpfen", sagte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP. Für die Bundeswehr komme es darauf an, dass in dem Land der "vernetzte Ansatz" in Abstimmung mit der NATO umgesetzt werde. Dies umfasse neben der Herstellung der Sicherheit auch Aufgaben wie den Aufbau der afghanischen Sicherheitskräfte oder die Regierungsführung in Afghanistan. Diesen Artikel weiter lesen
Kouchner hatte in einem Gespräch mit ausländischen Journalisten mit Blick auf den Afghanistan-Einsatz kritisiert, die deutschen Soldaten seien "nicht dort, um zu kämpfen". Zudem warf er den NATO-Verbündeten Deutschland und USA eine mangelnde Abstimmung mit Frankreich in Afghanistan vor. Die NATO funktioniere in Afghanistan "überhaupt nicht", sagte er in dem Gespräch, das unter anderem von der "New York Times" und der "Financial Times" veröffentlicht wurde. Der Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte dazu weiter, die Kritik an mangelnden Absprachen sei "nicht nachvollziehbar". Der Einsatz sei ohne Zweifel schwierig, es werde aber ein "enger Schulterschluss" angestrebt.
Kouchner hatte gefordert, die Einsatzstrategien anzugleichen. "Das ist der Ausgangspunkt für eine europäische Position", sagte Kouchner den Berichten zufolge. "In Europa handeln wir, wir kämpfen, wir ziehen in den Krieg - aber wir sprechen nicht miteinander", sagte Kouchner. "Das ist beschämend, denn unsere Soldaten sterben." Der Sprecher des französischen Außenministeriums, Bernard Valéro, dementierte auf Anfrage die Äußerungen Kouchners nicht, sagte aber, jeder Staat bestimme seine eigenen Einsatzregeln.




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