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Opel-Mitarbeiter protestieren nach geplatztem Verkauf gegen GM

Nach der Kehrtwende von General Motors (GM) beim Verkauf von Opel haben tausende Mitarbeiter gegen einen Verbleib unter dem Dach des US-Autokonzerns protestiert. Opel-Betriebsratschef Klaus Franz forderte bei einer Kundgebung am Stammsitz Rüsselsheim mehr Eigenständigkeit für den deutschen Autobauer. Die Regierungen der betroffenen Bundesländer kündigten an, sich für ihre Opel-Standorte einzusetzen. Diesen Artikel weiter lesen

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) erklärte in Rüsselsheim vor rund 10.000 Beschäftigten, nach dem Rückzieher von GM weiter für den deutschen Autobauer kämpfen zu wollen. Der hessische Ministerpräsident warnte GM, "die deutschen Arbeitnehmer als Geiseln zu nehmen". Der US-Konzern schließt eine Insolvenz bei Opel nicht aus. Koch wollte am Donnerstagabend mit seinen Kollegen aus den drei weiteren Bundesländern mit Opel-Standorten in Berlin zu Beratungen mit Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU) zusammenkommen.

Franz sagte, GM habe sich mit seiner Entscheidung "in die tiefste Vertrauenskrise gegenüber Mitarbeitern, der Öffentlichkeit und der Politik" manövriert. Er habe GM-Chef Fritz Henderson zu einem Gespräch eingeladen um herauszufinden, ob es "überhaupt eine Möglichkeit der Zusammenarbeit geben kann". Eine Bedingung sei die auch für den Magna-Deal geplante Umwandlung Opels in eine Aktiengesellschaft. Dies würde der Belegschaft mehr Mitspracherechte bringen. Der Leiter des Bezirks Frankfurt der IG Metall, Armin Schild, sagte der "Welt", Verhandlungen über eine mögliche Mitarbeiterbeteiligung seien mit dem Scheitern des Verkaufs vom Tisch.

Auch in Bochum versammelten sich nach Angaben der IG Metall rund 3000 Opel-Beschäftigte zu einer Protestkundgebung. Im thüringischen Eisenach kamen nach Gewerkschaftsangaben rund 600 Mitarbeiter der Frühschicht zusammen. In Kaiserslautern beteiligten sich laut Gewerkschaft rund 3500 Menschen an einer Kundgebung, 3000 davon waren Opelaner.

Der GM-Verwaltungsrat hatte am Dienstagabend nach monatelangem Verhandlungspoker überraschend entschieden, Opel doch nicht an den Autozulieferer Magna zu verkaufen. GM will nun etwa 10.000 Stellen bei Opel streichen. Die Bundesregierung hat den Konzern aufgefordert, schnellstmöglich detaillierte Sanierungspläne vorzulegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach nach Angaben eines Regierungssprechers telefonisch mit US-Präsident Barack Obama über die Angelegenheit. Merkel hatte von der GM-Entscheidung auf dem Rückweg von ihrer USA-Reise erfahren, was viele als Brüskierung der Bundesregierung gewertet hatten.

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) wollte das Thema Opel auch bei seinem Antrittsbesuch in den USA zur Sprache bringen. Es gehe vor allen Dingen auch darum, dass die Arbeitsplätze in Deutschland geschützt würden, "das ist das Anliegen dieser Bundesregierung."

GM-Chef Henderson kündigte derweil eine baldige Rückzahlung des von Deutschland gewährten Überbrückungskredits von 1,5 Milliarden Euro an. Bei Opel und der britischen Tochter Vauxhall könnten bereits in den kommenden "Tagen oder Wochen" neue Führungsspitzen eingesetzt werden, sagte er in Detroit. Die auf drei Milliarden Dollar geschätzten Sanierungskosten könnten entweder aus einer Senkung der Lizenzgebühren der europäischen Ableger oder aus Finanzhilfen der US-Regierung an GM beglichen werden.

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